CD Kritik Progressive Newsletter Nr.29 (03/2000)
Herb Heinz - Failure
(45:11, Is Too Records, 1998)
Herb Heinz sieht im Titel seines Album "Failure" (=Versagen) sein Programm. Wenn er versagen sollte, dann wird er Erfolg beim Versagen haben, was wiederum bedeutet, dass er nicht versagt hat. Wem dieses paradoxe Einleitung schon etwas komisch vorkommt, der kann bereits erahnen, wie paradox auch die Musik von Heinz Herb ist. Auf "Failure" gibt es tiefschürfende Texte, psychotische Klänge, die irgendwo zwischen Robert Fripp, Talking Heads und zappaesken Momente hin- und herschwanken, die aber dennoch ungewohnt zugänglich, aber keineswegs eingängig sind. Wave, R.I.O., Progressive Rock setzen die stilistischen Merkmale in einem Labyrinth der Klänge, wobei Gitarre und elektronische Schnipsel immer wieder in schrägen Einzelpassagen den Ausbruch versuchen, der Sprechgesang steht dem kontrapunktiv gegenüber und gibt der Musik Erzählcharakter. Erinnerungen, an die leider schon nach einem Album auseinandergegangenen Industrial Soup werden stellenweise wach. "Failure" hat den Touch des Intellektuellen, der unlogischen Logik, die den Zuhörer sowohl im Kopf, als auch im Bauch ansprechen möchte. Man muss sich auf so etwas einlassen, um es zu mögen. Mein Intellekt hat es jedoch sehr schwer sich hier durchzusetzen, andere mögen mehr Erfolg haben. Ich habe versagt oder doch nicht?!
Kristian Selm
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