CD Kritik Progressive Newsletter Nr.75 (07/2012)
Counter-World Experience - Music for kings
(43:35, Privatpressung, 2011)
Das bereits fünfte Album des Berlin-Hannoveraner Ausnahme-Trios ist eine - dem hehren Thema angemessen - wahrhaft königliche Angelegenheit geworden. Das geht schon mit der (echten! Gespielt von Matthias Suschke) Kirchenorgel à la Krönungsmesse vom majestätischen Intro los. Und wird über die gesamte köstliche Dreiviertelstunde durchgehalten. Der royalen Thematik nähern sich Benjamin Schwenen & Co. mit größerer stilistischer Offenheit. Die feststellbaren Einflüsse variieren von Fusion (Bens Traumsolo und Sebastians Knurrbass auf "Trinity"; "Karl the Great", das sich von einem königlichen King Crimson-Riff zu prallem Fusion-Irrsinn steigert), Sakralgesang ("Trois filles du roi"), progressiver Thrash Metal à la Mekong Delta ("Gilgamesh"), Pat Metheny-artiger Soft-Jazz (der biblische König "David"), World Music ("Tiger of Qin"), Keltenfolk ("Beowulf"). Man sieht schon, es kann gar nicht langweilig werden. Im Gegenteil - "Music for kings" ist wohl das zugänglichste Album der Gegenwelt-Musiker geworden. Übrigens: Kaum glaublich, dass der hier zwar stets songdienlich, aber doch erkennbar virtuos ins Mett dreschende Thorsten Harnitz auch der völlig unauffällig agierende Schlagwerker von Crystal Breed (siehe dort) sein soll.
Klaus Reckert
© Progressive Newsletter 2012