Autor: Rajko Baers

75er Jahrgang...Musik-Junkie seit ich denken kann-die Nischen zwischen Post/Prog/Athmo/Metal/Shoegaze sind´s irgendwie!

11.0
Reviews

(60:25; CD, Digital; Eigenveröffentlichung, 21.06.2024) Hinter diesem Ein-Mann Projekt steckt Komponist und Filmemacher Paulo Chavarria. Nach dem bereits positiv aufgenommenen Erstling “Provenance” aus dem letzten Jahr folgt nun das knapp einstündige Opus “Man On The Shore”, das vom Fund eines toten Mannes in einem Fjord inspiriert wurde. Und sich darüber hinaus mit generellen Fragen wie Leben, Tod und den schmerzhaften Partituren, die dazwischen liegen, auseinander setzt. https://www.youtube.com/watch?v=COjdTevBNJ8 Hörerschichten zwischen Airbag, Riverside, Anathema oder den Cinematikern Au4 sollten dem Album eine Chance einräumen. Denn gerade die vielen schwebenden Parts rufen melancholische Stimmungen hervor. Variable Drums, verspielte Bass Grooves, allerlei orchestrale Synths…

Weiterlesen
13.0
Reviews

(39:00; CD, Digital; Argonauta Records, 14.06.2024) Freunde des progressiven Wahnsinns, aufgepasst! Das zweite Album der Band aus Somerville Massachusetts nach dem bereits hoch gelobten Debüt aus dem Jahr 2022 hat es aber sowas von in sich. Einflüsse aus Psych, Kraut, Indie, Alternative, Jazz und Prog Rock vereinen sich zu einer wilden emotionalen Achterbahnfahrt, die kaum kurzweiliger und unterhaltend sein könnte. Jane’s Addiction, King Crimson, Rush, Karnivool und The Dear Hunter finden sich unter einem Dach wieder, halten keine Sekunde still, wollen Dich mit ihrem hyperaktiven Crossover in die Irre führen. https://www.youtube.com/watch?v=BmiAX3ny_0g Im stimmungsvollen, fast neunminütigen Opener ‘Vestige’ wird im Sekundentakt…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(47:00; CD, Digital, Vinyl; Karisma Records, 14.06.2024) “The Century Of The Self” ist bereits das sechste Studio-Werk der New Artrocker aus Norwegen. Mit ihren geradlinigen melancholischen Sounds sind Airbag seit vielen Jahren eine gute Alternative zu den Größen im New Artrock und klassischen Prog. Anklänge an aktuelle Marillion, Pink Floyd, Porcupine Tree, The Pineapple Thief, Anathema und Riverside finden sich im elegischen Sound der Nordlichter wieder und machten ihre qualitativ hochwertigen Werke zu geschätzten Kleinoden des Genres. “The Century Of The Self” beschäftigt sich mit der Cancel Culture, dem Umgang mit Authentizität und Wahrhaftigkeit, den öffentlichen Diskursen zu Fehlverhalten und…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(40:33; CD, Digital, Vinyl; Re-Echo Records/Irascible, 14.06.2024) 18 Jahre Pause gönnten sich die Schweizer, um den Faden mit “Distance” wieder aufzunehmen. Brazen sind für ein Prog Magazin eher ein Randthema, sind sie musikalisch doch eher im hymnischen Alternative Rock mit Indie-Pop-Einflüssen zuhause. Nichtsdestotrotz fliesst die ein oder andere experimentelle progressive Kante im Sound der Schweizer mit ein. Acht neue Songs über knapp 40 Minuten, die im Sound-Gerüst den alternativen Indie Rock der letzten 20 Jahre in sich tragen. Wenn man eine Band wie die energetischen Feeder, die Prog/Post angehauchten Appleseed Cast oder die poppige Seite von Cave In mag, die…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(47:55; CD, Digital, Vinyl; La Pochette Surprise Records, 14.06.2024) Ein Album über die Faszination der Astrophysik, unserem Platz im Universum mit all den Sehnsüchten und dunklen Aspekten (Drogenmissbrauch, der Tod eines nahestehenden Freundes u.v.m.) Catharina Rüß und Sui Kemmer sind die beiden Protagonistinnen hinter Garlands und “Turn The Sky” ist die Fusion der beiden bisherigen EPs “Condor” und “Turn The Sky”, welche kurz vor und während der Pandemie produziert wurden. Wenn Du mit Musik des guten alten 4AD Sounds, dem frühen Shoegaze der späten 80s/frühen 90s sozialisiert wurdest, also mit all dem wohltuenden Schönklang zwischen noisigen Gitarren, Indie Rock, Dream/WavePop…

Weiterlesen
12.0
Reviews

(45:55; CD, Digital, Vinyl; Grazil Records, 01.12.2023) Marco Campitelli ist das Mastermind dieses italienischen Projektes. Das letzte, dritte Album “Ør” auf dem Berliner Pelagic Records Label war ein feines atmosphärisches Modern Krautrock Highlight und “Staring…” stösst nun so manch weitere Tür mit den neuen Songs auf. Mit prominenter Unterstützung im Rahmen des Aufnahmeprozesses durch Ex-Faust-Mitglied Amaury Cambuzat und weiteren Musikern wie dem japanischen Drummer Dahm Majuri Cipolla (Mono) u.v.m. ist diese schon einige Monate alte Veröffentlichung für Freunde des gepflegten Schwebe-Sounds zwischen Shoegaze, Psych Rock und allerhand hypnotischen Strukturen ein feines Kleinod. Staring at the Sun before goin' blind by…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(22:05; CD, Digital; Argonauta Records/Octopus Rising, 07.06.2024) Mit “Esmee” debütiert dieses junge französische Projekt (in 2022 gestartet) in Form einer Five Track EP. Zwischen wohl temperierten atmosphärischen New-Artrock-Klängen und angesagten Vintage Heavy Sounds findet sich das Trio musikalisch wieder. ‘Anxiety’ oder der fast siebenminütige Schluss-Track ´Release Me´ sind hochemotionaler Stoff, lassen sich gefühlvoll melancholisch treiben und werden Freunde solch fragiler Post/Prog Sounds wie Midas Fall, Pale Forest oder mittlere/jüngere The Gathering unmittelbar ansprechen dürfen. ‘Esmee´s Story’ rockt schon fordernder, bleibt aber im atmosphärischen Habitus, während das nicht mal dreiminütige instrumentale ‘Gullfoss’ mit viel Gitarren Alarm in die Vollen geht. Angesagter…

Weiterlesen
12.0
Reviews

(56:10; CD, Digital, Vinyl; Sycophantastic Records, 31.05.2024) All diese wahnsinnigen Progressive Rock Bands aus Norwegen! Sykofant debütieren hier mit ihrem dynamischen Crossover-Monster, das so einiges an Überraschungen bereithält. Sechs Songs in knapp einer Stunde, zwischen vier und vierzehn Minuten lang, die sich nicht eine Sekunde festlegen lassen wollen. https://www.youtube.com/watch?v=J9NXg8lQqHM Versuch’ Dir vorzustellen, die frühen elegischen Genesis und/oder King Crimson jammen mit den sanften psychedelischen Motorpsycho und addiere funkigen Alternative Rock der Neunziger. ‘Pavement of Colors’, der Nineties-lastige funkig rockende Opener, groovt mit jazzigen Akkorden und verschmitzt grungy balladesken Motorpsycho Harmony Vocals den Hörer voll umarmend hinein in dieses wirre Sammelsurium…

Weiterlesen
12.0
Reviews

(35:04; CD, Digital, Vinyl; Unique Records, 31.05.2024) Das neue Album “A Human Home” verkörpert die Unausweichlichkeit von zufälligen Eindrücken und Impressionen, die sich gleichzeitig in Schönheit und Verwüstung äußern. Wer die Südafrikanerin und Wahl-Berlinerin bereits einmal live erleben durfte, weiß um ihren dunklen, sehr eigenwilligen Charme. Das neue Album brilliert mit vielen kurzen, erneut sehr intimen Songs zwischen Dark Folk, Indie, Singer Songwriter und sphärischen dronigen Ambientkaskaden. Mit dem stillen, erzählerischen Titelsong startet Lucy entrückt folkig ins Album, kreiert spielerisch strange ätherische Szenarien. Sanft und nächtlich wie im nur schönen ‘A Pocket Full Of Night´ wird die ruhige, ambiente Seite…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(49:51; CD, Digital; Timezone Records, 17.05.2024) Hinter dem Projekt Present Paradox steht der Dortmunder David Kleinekottmann, der seit 2013 aktiv und bereits mit einigen musikalischen Releases ausgestattet ist. “A Trace To Keep Control” hinterlässt ein wohliges Soundgefühl. David hat eine sonore Post-Punk-affine, dunkle Schattierung in den Vocals, die mit den doch offenen Sounds zwischen Slowcore, Post Punk, Indie und nicht zu experimentellen Electronica gut harmonieren. Persönliche und gesellschaftliche Veränderungen, Umbrüche, Kontrollverlust und der Versuch, sich in diesem Kreislauf als Mensch zu fixieren, zu verorten, sind das zentrale Thema des Albums. Tanzbarer Krautrock, fließende Indie Rock Momente, aber meist etwas reduzierter…

Weiterlesen
13.0
Reviews

(48:05; CD, Digital, Vinyl; Easy Action, 05.04.2024) Der Frontmann von The Church ist offenkundig in einem ausufernden Kreativhoch, anders kann man sich die Flut an wirklich starken Alben in den letzten ca. 15 Jahren nicht erklären. Nach dem zuletzt erneut sehr schönen The-Church-Werk “Eros Zeta & the Perfumed Guitars” nun erneut ein einfach nur wunderschönes neues Werk mit Kreativ-Partner Martin Kennedy (All India Radio). Die kosmisch-elektronische Schlagseite, das musikalische Fundament, das Kennedy ohne qualitative Einbußen seit Jahren als Teppich auslegt, weiß der bereits bald 70-jährige Jungbrunnen Kilbey mit seinen jederzeit prägnanten Vocals erneut auf atemberaubend schöne Weise für sich zu…

Weiterlesen
10.0
Reviews

(44:42; CD, Digital, LP; Krakenduft, 17.05.2024) Der Goliath erwacht und mit ihm das Duo Albinobrothers, welches ihr sehr eigenwilliges Debüt präsentiert. Minimale bluesige Akkorde, stilles Schlagwerk, viel Raum für Atmosphäre und Stille und vor allem ein hohes Maß an Experimentierfreude definieren diese Dreiviertelstunde. Ein Paradebeispiel ist die Single ‘Pandora’, die in ihrer kauzigen liebevollen Umsetzung an so manch speziellen Vertreter wie die Black Heart Procession, Giant Sand oder einen Tom Waits erinnern. Ein wenig windschiefer, aber sehr leidenschaftlicher Gesang, strange Klangmuster bei trotzdem eingängigen Melodien haben ihren ganz eigenen hypnotischen Dreh, sind in jedem Fall sehr eigenständig, ohne tatsächlich mögliche…

Weiterlesen
10.0
Reviews

(33:43; CD, Digital; Klonosphere/Season of Mist, 17.05.2024) Familiärer Zerfall ist seit Covid eines der vielen zentralen gesellschaftlichen Themen da draußen. Die Franzosen von Inner Landscape setzen sich auf ihrem Debüt mit genau dieser Thematik auseinander. Der dazugehörige Sound zwischen Isis, The Ocean und Cult of Luna, ein stetes Beben zwischen brachialen Vocals, Wall of Sound und postrockiger Eleganz wird dieser Dynamik in jedem Fall gerecht. Auf leider nur sechs Songs schwingen die Franzosen im permanenten Spiel von leise und laut, die Genre-Definitionen werden hier in jeglicher Hinsicht konventionell bespielt. Sänger Gachet Julien brüllt konform seine wütenden Vocals über atmosphärisch-doomige Post-Hardcore-Trümmerfelder.…

Weiterlesen
10.0
Reviews

(29:50; CD, Digital; Eigenveröffentlichung, 01.05.2024) Diese junge Band aus Leipzig ist definitiv spannend, veröffentlicht nach einem vielversprechendem Debüt aus dem Jahr 2021 mit dieser halbstündigen EP neues interessantes Ohrenfutter. Kompakter Sound, progressive groovige Rhythmen, ein wahrlich origineller weiblicher Gesang, viel Atmosphäre. Der Titelsong ist bereits schon mal ein Ausrufezeichen, vorausgesetzt, man ist offen für die exaltierte Vocal Performance der Sängerin, die gerade Richtung Song-Ende den Hörer herausfordert. Die musikalische Mischung aus Doom Metal, Stoner und Progressive-Rock-Einflüssen nebst den Vocals erinnert mich positiv an so manchen Moment der Norweger von Madder Mortem, die experimentellen The 3rd and the Mortal in ihren…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(57:38; CD, Digital; Eigenveröffentlichung/Just For Kicks Music, 03.05.2024) Dream The Electric Sleep sind längst eine Hausnummer in Sachen modernem Alternative/Progressive Rock. Wie alle anderen Menschen auch musste sich Frontmann Matt Page den Isolationszeiten durch Covid stellen, fand zum Glück durch heilende Reduktion und Songs schreiben sein Ventil. Das letzte Album der Hauptband selbst liegt nicht lang zurück (Dream The Electric Sleep “American Mystic”), will Matt mit diesen im Winter 2021 geschriebenen Songs diese Zeit aufgearbeitet wissen. “Apokalypse Garden” ist – wie nicht anders zu erwarten – allein schon wegen der stimmlichen Parallelen nah am Band-Sound, wirkt aber insgesamt etwas persönlicher,…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(33:04; CD, Digital, Vinyl; Apollon Records, 10.05.2024) Gjenferd, das ist Retro Rock, mal wieder aus Norwegen (Bergen) und besteht aus Mitgliedern von Kryptograf, Metusalem und Edvard Borneo. Die Spielzeit ist überschaubar, der Sound Genre-gerecht griffig organisch in Szene gesetzt und die leidenschaftliche Note ist allgegenwärtig. Ob kurze stampfende Vintage Hard Rocker wie das eröffnende ‘High Octane’ oder das mit Orgeln ausgestattete und psychedelisch aufspielende ‘Starless’, bei dem gekonnt über sieben Minuten die kosmisch driftende Schlagseite von Gjenferd bemüht wird. Ähnlich der großen Genre-Vertreter wie Kadavar oder Graveyard ist das Wechselspiel zwischen klassischem Seventies Hard Rock und psychedelischer Entrücktheit in ausgewogener…

Weiterlesen

(57:30; CD, Digital, 2-Vinyl; Indie Recordings, 03.05.2024) Sie gehören in Norwegen seit Mitte der Neunziger Jahre zu den großen Alternative Rock Acts, füllen spielerisch regelmässig die dortigen großen Venues. Einflüsse aus Nordic Folk, Goth, Wave und progressive-Rock-Strukturen gaben der Band ein unverwechselbares Gesicht – dies gilt bis heute. Dieser Erfolg blieb leider für diese originelle eigenwillige Band außerhalb von Norwegen aus, man blieb ein ewiger Geheimtip. Alben wie “Total” oder “Metropolis” aus den Jahren 1994 und 1995 gehören heute noch zu den eigenwilligsten, kreativsten und besten Outputs ever und sind in der selbsternannten Bestsellerliste des Autors bis zum heutigen Tag…

Weiterlesen
10.0
Reviews

(22:00; CD, Digital; Bleak Recordings, 03.05.2024) Fast klassisch zu nennender Dark Wave, in diesem Fall aus Portugal, mit involvierten Künstlern, die nicht ohne bekannten Background sind. Unter Anderem ist Hugo Santos von den Extrem-Post-Doomern von Process of Guilt dabei, Ricardo S. Amorim, Autor des Buches “Wolves Who Were Men – The History Of Moonspell” und Armando Teixeira, Ex- Ik Mux oder Bizarra Locomotiva. Vier Songs, ruhiger, ausgeglichener, stiller Dark Wave mit angenehmen männlichen Vocals, die mich an einen Peter Murphy (Bauhaus) oder die Italiener von Soror Dolorosa erinnern. Die 20 Minuten sind unaufgeregt, nächtlich melancholisch, ohne künstliche Düster Klischees. Rhythmische…

Weiterlesen
10.0
Reviews

(42:25; CD, Vinyl, Digital; Klonosphere, 03.05.2024) Dieses vierte Album der Franzosen ist ein wilder progressiver Crossover, eine musikalische Achterbahnfahrt. Fünf Songs zwischen Vier und Dreizehn Minuten mit allerlei Zutaten, Einflüssen und sperrigen Stilmitteln wollen entschlüsselt werden. Zugegebenermaßen, dies gelingt mir nur partiell, Sängerin Chloé Panhaleyx ist eine Herausforderung, bedient alle Extreme.  ‘Fish’, der Opening Track, ist mit schmissigen Grunge/Punk-infizierten dreckigen Riffs fürs Erste im Sack (Stone Temple Pilots in rotzig grüßen aus der Ferne) – mehrstimmige Vocals/Chorus Momente gemahnen an die glorreichen Seventies. Mit dem neunminütigen Titelstück kreuzen sich psychedelischer Rock, Noise Pop und Alternative. Der vielseitig phrasierte Gesang möchte…

Weiterlesen