Autor: Rajko Baers

75er Jahrgang...Musik-Junkie seit ich denken kann-die Nischen zwischen Post/Prog/Athmo/Metal/Shoegaze sind´s irgendwie!

12.0
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(38:44; CD, Digital, Vinyl; Mascot Records, 28.03.2025) Muss man diesen Mann noch vorstellen? Er stolperte seinerzeit kurz vor dem Grunge-Boom mit seinen Masters of Reality auf die Bildfläche der alternativen Szenerie, zelebrierte diesen Wüsten-Sound bereits, als all die Begrifflichkeiten noch nicht relevant waren. Das Debüt und sein Nachfolger “Sunrise..” waren Blaupausen in Sachen Desert Rock und genossen seinerzeit schon hohen Stellenwert, gerade weil man nicht den typisch schwermütigen Grunge, sondern eher was zeitlos Wertiges in Sachen Rock an den Tag legte. Chris Goss arbeitete seinerzeit mit Rick Rubin zusammen und produzierte selbst unzählige Hochkaräter in Sachen Stoner/Grunge/Alternative-Rock (QOTSA, Mark Lanegan,…

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»Musik, zu der ich komplett stehen kann, die keine kommerziellen Erwartungen mit sich bringt.« Wer Mitte der Achtziger in einem Ritt mit dem Auto von Virginia nach Kalifornien düst, um dort sein Leben/seinen Traum als Musiker zu leben (das waren so einige zu dieser Zeit) und heute auf eine lange Karriere zurückschaut mit Höhen und Tiefen, der hat natürlich so einiges an Geschichten im Repertoire. Am 28.03. erscheint das neue Album “Everything A War” des Amerikaners David Judson Clemmons und dieses, aber auch weitere aktuelle Themen motivierte zu einem persönlichen Gespräch in Davids heimischen Gefilden im ländlichen Brandenburg, wo er…

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(47:30; Vinyl, CD, Digital; 7 People Records, 28.03.2025) “Lights For The Living” war ein starkes, eher düsteres Album, für das man Zeit brauchte, um sich darin so richtig wohl zu fühlen. Um so mehr wirkte es trotz sperriger Momente in späteren Durchläufen gehörig nach. Der Amerikaner, der mittlerweile seit vielen Jahren sein familiäres Glück und eine neue Heimat im ländlichen Brandenburg gefunden hat, blickt bereits auf eine lange und verrückte Karriere zurück (u.a. Damn The Machine, Jud, The Fullbliss), die ihn als Berufsgrübler, Denker und Melancholiker durch einige Täler spazieren ließ. Er hat den kritischen Blick auf die Welt, aber…

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13.0
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(41:10; CD, Digital, Vinyl; English Electric Recordings, 28.02.2025) Dim Gray liefen tatsächlich bisher unter meinem Radar. Asche auf mein Haupt, ist die Musik der Norweger doch ein Magnet in Sachen modernem atmosphärischen Progressive Rock. Zusätzlich scheut sich die Band nicht, offenherzig Einflüsse aus Alternative, Pop und keltischen Sounds in ihre Musik spielerisch zu integrieren. Die zentrale Energiequelle ist der emotionale, sehr Falsett-artige Gesang von Sänger Oskar Holldorff, der auch bei den Proggern von Big Big Train im Live-Line-Up seine Position innehat. Diese Art Vocals, in Kombination mit vielen herzzerreißenden Melodien und Arrangements machen den hymnisch melancholischen New Artrock zu einer…

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12.0
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(22:42; CD, Digital, Vinyl; Sycophantastic Records, 20.03.2025) Mit ihrem selbstbetitelten, sehr lebendigen Debüt “Sykofant” haben mich die Norweger vor knapp einem Jahr so richtig gut durchgeschüttelt und vor allem begeistert. Die neue EP macht zum Glück irgendwie weiter an dieser Stelle, ist im Sound und in den Arrangements aber um einiges kompakter und griffiger und macht erneut so viel Laune, dass es gleich wieder Lust auf ein komplettes Album herstellt. Aber der Reihe nach. ‘Ashes’ flirtet mit vertrackten Riffs Richtung Porcupine Tree zur “In Absentia”, hat die dynamische Struktur von Motorpsycho, mehrstimmigen Gesang und hüpft von einem Ast zum nächsten.…

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10.0
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(46:36; CD, Digital, Vinyl; Hammerheart Records, 21.03.2025) Mit prominenter Unterstützung von Dan Swanö gibt es dank der schmissigen Produktion schon mal einiges auf der Habenseite dieses Debüts aus dem hohen Norden. Die Schweden spielen eine rockig grundierte Variante des dunklen Metal, wie er zwischen Mitte der Neunziger bis kurz nach der Jahrtausendwende populär und angesagt war. Bands wie Moonspell, Rotting Christ und vor allem Sentenced waren durch die Fließbandproduktionen im Woodhouse schwer im Kurs, veröffentlichten fleißig ein düsteres Album nach dem anderen. Viele Klassiker entstanden, aber klar, der Trend des sogenannten Gothic oder Dark Metal war doch sehr endlich, da…

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11.0
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(36:10; Digital, CD; Ideologic Organ, 21.03.2025) „Wir sind alle in Gefahr”. Dies sollen die letzten Worte des berühmten Regisseurs Pier Paolo Pasolini gewesen sein in seinem letzten Interview 1975. Es ranken sich einige Mythen um den Tod des linken, homosexuellen Regisseurs aus Italien, der sich stets als stark oppositionell agierender Mensch auslebte. Nahe Ostia, dem Ort des brutalen Verbrechens, findet sich die Künstlerin selbst kalt und verlassen an eben diesem Strand wieder und präsentiert ein sakrales Album, das inspiriert von dieser Geschichte ein einziges Halluzinogen darstellt, in dem man hervorragend im richtigen Moment eintauchen darf. Für Freunde von Anna von…

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12.0
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(43:54; CD, Digital, Vinyl; Pelagic Records, 19.04.2019/24.01.2025) Mit “Acts Of Harm” waren die Briten im letzten Jahr unter meinen Lieblings-Alben vertreten, konnte ich mich doch relativ schnell in diesen schweren und doch schwerelosen Hybriden aus Slowcore, Shoegaze und Post-Rock verlieben. Manche Band benötigt nicht die große Melodie, es reicht manchmal ein spezielles Zusammenspiel aus Sounds, Stimmungen und Bildern im Kopf, die die Zeit für einen friedlichen Moment einfrieren. Genau das gelingt der Band mit ihren meist langen, vor sich hin mäandernden Songs hervorragend, die mit vielen kleinen, nie so ganz offensichtlichen Gimmicks im Gitarren-Sound Pinselstriche setzen. Man driftet stets langsam…

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11.0
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(37:57; CD, Digital, Vinyl; Pelagic Records, 14.03.2025) Mit einigem Theater und Umstellungen im Bandgefüge hatten die Musiker von SOM in der Entstehungsphase von “Let The Light In” zu kämpfen. Ihr metallischer Shoegaze/Doom Pop ist von der Ausrichtung für mich als Fan von Junius und Holy Fawn grundsätzlich ein Magnet. Die Band musiziert auf “Let The Light In” erneut auf überschaubarer Album-Länge (auf Spotify als “EP” veröffentlicht, auf Bandcamp “full length”, d. Schlussred.), hält es somit kurz und auf den Punkt. Meist in schleppenden Modi, mit heavy Drums, verwaschenen Riffs und wie immer ätherisch schöngeistigem Gesang von Will Benoit ist man…

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(37:28; CD, Digital, Vinyl; Pelagic Records, 31.01.2025) Mal was ganz anderes im Pelagic-Stall. Evan Patterson, der Mann hinter diesem Projekt, hat schon einige musikalische Stationen durchwandert – ob als Backing-Band von Emma Ruth Rundle, in musikalischer Verbindung zu Alt-Country-Helden wie Freakwater oder mit den Post-Rockern von Sumac. Wenn du es speziell und roh magst und den nächtlich tristen Singer-Songwriter-Pop eines Hugo Race zu schätzen weißt (ich verehre ihn), dann wirst du mit dem bluesigen Outlaw-Sound vertraut sein. Ich gehe völlig unvoreingenommen an die Sache heran, kenne die Vorgänger überhaupt nicht. Der sperrig-düstere Slo-Mo-Sound kommt in Verbindung mit dem erzählerischen, dunklen…

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(35:50; CD, Digital; Moment Of Collapse Records, 07.03.2025) Nach dem amtlichen Herbstalbum von “Drownship” gibt es mit dem zweiten Release von Druma aus Hamburg erneut norddeutschen Post Metal – diesmal noch um einiges finsterer. Druma sprechen über die Wunden unserer Zeit, die in nicht einmal 36 Minuten konsequent düster, dystopisch und mit gelegentlichen Black-Metal-Zutaten absolut kurzweilig performt werden. Mit einer top Produktion und sattem, massivem Lava-Sound werden hier definitiv keine Gefangenen genommen. Ich bin nicht mit jeder doomigen Post-Sludge-Mischung abzuholen, aber die Hamburger haben aus meiner Sicht die richtige Schnittmenge gefunden: saubere, teils filigran ausgearbeitete Ruhe-Inseln, die sich dann jederzeit…

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(40:00; Digital, Vinyl; SIXTEENTIMES MUSIC, 07.03.2025) Schweizer Fuzz’n Roll und Stoner Doom in einer Person. Gentle Beast veröffentlichen mit “Vampire Witch Reptilian Super Soldier” ihr zweites Werk und dieses Album rockt ordentlich. Der kurze und knackige Opener ‘Planet Drifter’ drückt ordentlich aufs Pedal und hat den Groove von Kyuss und Co. im Gepäck. ‘Voodoo Hoodoo Space Machine’ groovt lässig und entspannt zurückgelehnt, die Melodie klebt sich wie von alleine im Ohr fest. Schöne sexy, fuzzige Wah-Wah Gitarren machen Laune und im späteren Verlauf des Songs drückt man hier und da noch tempomäßig kurzzeitig durch. Schön psychedelisch und erneut eher laid…

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(41:40; Vinyl, Earbook, Blu-ray (2CD + Blu-ray), CD, Digital; Fiction Records, 14.03.2025) Mit einiger Spannung erwartete man die neue Langrille von Steven Wilson, da von einer Rückkehr zu mehr konzeptionellem Prog gesprochen wurde. Versetze dich bitte zunächst in die demütige Perspektive eines Astronauten, der auf unseren Planeten schaut und die Größenordnung beziehungsweise die Relation zur tatsächlichen Bedeutung oder auch Bedeutungslosigkeit unseres Seins in Relation zur Unendlichkeit (des Alls) beschreibt. Unterstützung für dieses Unterfangen fand Wilson, was die textlich-konzeptionelle Seite der Platte betrifft, bei keinem Geringeren als Andy Partridge von XTC. Zwei Longtracks, jeweils um die 20 Minuten – also klassisches…

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12.0
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(39:44; CD, Digital, Vinyl; Eigenveröffentlichung, 07.03.2025) Der Bandname sowie der Albumtitel stehen fast wie selbstverständlich für die Stimmung, die Melodien, die komplette Performance der Band. Nimm’ etwas Morricone, David Lynchs Twin Peaks, Tarantino, Joshua Tree Park, Death Valley, die amerikanische Weite und Literatur im Allgemeinen und schon bist Du dem Bild, das mir die Band mit ihrem schleichend orchestralen Alternative/Folk/Desert Noir Pop hier zaubert, um einiges näher. Die Musik ist einfach gestrickt, meist langsam, lebt von den dunklen rauen Vocals von Ray Vale (ein mittlerweile in Österreich angesiedelter Amerikaner aus New Jersey), einer zu jeder Sekunde gut inszenierten orchestralen Widescreen-Panorama-Sound-Tinktur,…

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(30:08; CD, Digital; Eigenveröffentlichung, 07.03.2025) Gibt es sowas wie Liebe auf den ersten Blick, beim ersten Hören? Garantiert, bestimmt gibt es das. Der perfekte Moment, der letzte Rest Tageslicht an einem kalten Wintertag, etwas Kerzenlicht und das Debüt-Album (nach einer ersten EP in 2020) der Berliner von Anchoress im Player. Das Cover erinnert mich reflexartig an eine Collage aus Jarboe (Swans) in ihren besten Tagen und der wundervollen Nico (Gott hab sie selig). Innerhalb von Sekunden wird alles zur Nacht, die theatralisch-dunkle Stimme von Sängerin Anna Lucia ist Präsenz pur in einem nur schwach beleuchteten Raum. Sie wird von einem…

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(33:33; Vinyl, CD, Digital; Apollon Records; 07.03.2025) Vintage Hard Rock für Fans von Black Sabbath, Deep Purple, Led Zeppelin, Witchcraft, Graveyard und Kadavar. Ja der Genre-Fan versteht es schnell, hier gibt es nicht den güldenen Löffel in Sachen Originalität. Die Norweger aus dem regnerischen Bergen werden hier auch mit ihrem dritten Studio-Album keine neue Krone der Genre-Schöpfung. Mit knapp 33 Minuten will man quantitativ schon mal überhaupt nicht übertreiben. Kurzweiligkeit darf man dem Album ohne weiteres zuschreiben, so oder so. Kantige Riffs, ein Sound zwischen organisch und angenehm Vintage. Poliert ist hier nichts, die Genre-Stereotypen greifen hier ganz klar und…

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(41:51; CD, Digital, Vinyl; Majestic Mountain Records, 28.02.2025) Mit der zwölfminütigen hin und her wogenden Wand aus Gitarren, Wall of Sound, viel Atmosphäre – alles instrumental gehalten – wirst Du schnell ins dritte Album des britischen Trios The Grey hineingebeamt. Beim Opener ‘Painted Lady’ stimmt alles und Genre-Freunde sollten begeistert sein. Ein dynamisches Spiel aus leise und laut – ohne zu viel in die Extreme zu gehen – lässt einiges an Atmosphäre aufkommen und Du versinkst schnell mit Haut und Haar im Sound. ‘La Bruja (Cygnus)’ schwillt auch gehörig an und ab und thront düster am Horizont. Strange spanische Sprach-Samples…

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(44:14; Digital, Vinyl; Full Time Hobby, 28.02.2025) Seltsames Cover, aber musikalisch mal was irgendwie erfrischend Anderes. Verschiedenste Musiker aus dem Musik-besessenen Nashville und Umfeld finden sich in einer alten Abtei vor der englischen Küste (Isle of Wight) in einem renovierten Studio zusammen, um mit Produzent Jordan Lehning Magie entstehen zu lassen. Somit ist man fernab der üblichen Prozedere weit vom eigentlichen Geschehen entfernt, lässt Nächte, Naturschauspiele und brüderliche Verknüpfungen zu, um ein sehr spezielles Album zu gestalten. Der Küste und rauen Natur sehr nah und in einem Gebäude, das bereits 1160 entstand, ist das Wort Atmosphäre ja schon fast wie…

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11.0
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(42:58; CD, Digital, MNRK Heavy, 28.02.2025) Dario Lorina (Mitglied bei Black Label Society, sowie Ex-Lizzy Borden) bringt mit Dark Chapel sein eigenes Baby an den Start. All die Phasen und Prägungen von 80s/90s Metal/Hardrock/Blues bis Alternative/Grunge findest du mit kraftvoller Produktion und einigem Fokus auf den Gitarren in “Afterglow”. Der Opener und Titelsong prescht erstmal modern und kraftvoll nach vorn, traditioneller grooviger Metal mit einem Auge in der Vergangenheit, aber auch immer voll im Saft, im Hier und Jetzt. Man merkt schnell, Lorina möchte seine Gitarre präsentieren, somit stell’ Dich ein auf Soli hier und da. Etwas alternativer schwerer Grunge/Blues…

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10.5
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(54:25; CD, Digital, Vinyl; Bitume Prods, 21.02.2025) Mit sehr eigenwillig-komplexen Klängen debütiert dieses italienische Trio. Progressive, komplexe Klänge, die sich verschlungen innerhalb von drei Longtracks durch ein Sammelsurium an Welten und Gängen fortbewegt. Langsam, ganz entspannt empfängt Dich das Opening ‘Pyramid’ mit sanft psychedelischen Akkorden, baut seelenruhig Stein auf Stein, ähnlich wie bei den großen Tool findet sich hier Schicht um Schicht das Bild zusammen. Der Sound ist angenehm lo-fi, schleppende Doublebass, hymnische Gitarren und strange, eher hintergründige Vocals erzeugen erstmal ein hypnotisch, fast Mantra-artiges Gebilde. Dies wird dann nach einiger Zeit mit sperrigen, progressiv zerrenden Parts über den Haufen…

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