(32:48, CD, Eigenveröffentlichung/Just for Kicks, 2017) Nach dem gelungenen Erstlingswerk brachten In The Presence Of Wolves im September diesen Jahres die EP “Of Two Minds, Stages 1-2 – The Ape And The Cage” heraus. Dabei gibt es direkt einen Besetzungswechsel zu vermelden: Neben Chris Capitanio (Gesang und Gitarre) hört man nun Jim Ellis an den Gitarren. An Bass/Vocals wirken wieder Vini Stamato, an Drums und Vocals Mason Ingling. Der Opener ‘As We Speak’ beginnt getragen von einem Piano und wirkt im Vergleich zum Power-Prog des Vorgängeralbums sehr viel weniger beladen, sehr “stripped down”. Dies ändert sich jedoch im Laufe des…
Autor: Philipp Roettgers
(46:36, CD, Progressive Promotion Records, 2017) Retrospective sind eine junge polnische Rockband, die ihre Musik in der Tradition von Porcupine Tree, Tool und King Crimson sehen. Die Band besteht aus Jakub Roszak am Gesang, Beata Łagoda an Keyboards und Gesang, Maciej Klimek an den Gitarren, Lukasz Marszalek am Bass, Robert Kusik an den Drums und Alan Szczepaniak an den Gitarren. Ihr Debütalbum “Lost In Perception” wurde 2012 mit dem “Best Polish Progressive Album”-Award ausgezeichnet. Im Feburar 2017 kam Album Nummer Zwei heraus, “Re:Search”. Die Band greift genretechnisch um sich, vermischt Rock, Hartes, Künstlerisches, verschiedene Atmosphären, Emotionen, donnernde Riffs, um… Ach…
Der Rockpalast präsentierte mehrere Tage hintereinander in der Bonner Harmonie das Crossroads-Festival. Mit dabei unter anderem Triggerfinger, WolveSpirit, und eine unserer norwegischen Lieblingsbands: Spidergawd. Zusammen mit den Black Mirrors aus Belgien spielten sie am Mittwoch in der Harmonie. Hätte man am Bildschirm oder im Livestream verfolgen können, aber am schönsten ist es doch, vor Ort zu betreuen. Die Black Mirrors eröffnen das diesjährige Crossroads-Festival in Bonn. Eigentlich hätten an ihrer Stelle heute hier WolveSpirit spielen sollen, diese spielen jedoch einen Tag später. Dafür kriegt das Publikum eine, wie in der Beschreibung zu lesen, Mischung aus “Nirvana, Janis Joplin, Jack White…
Noise Records war ein deutsches Musik-Label, das sich auf Heavy Metal spezialisiert hatte und einige der großen Namen des Genres, und einige der größten Namen des europäischen Metals, hevorbrachte. Gegründet Anfang der Achtziger von dem selbsternannten Anarchisten Karl-Ulrich Walterbach gehören so Szene-bekannte Namen wie Helloween, Kreator, Celtic Frost, Gamma Ray, Grave Digger, Running Wild, Tankard oder Voivod zum Katalog des Labels. Fast alle diese Bands wurden durch Noise groß und trennten sich im Laufe ihrer Karrieren aus verschiedensten Gründen von Walterbach und seinem Label, bis er selbst es schließlich Anfang des 21. Jahrhunderts an das Major-Label Sanctuary verkaufte. Journalist David…
»Ich wollte es einfach überleben und dachte, es wäre eine schöne Sache, all diese negative Energie zu etwas Positivem zu verarbeiten.« Lunatic Soul, das Soloprojekt des Riverside-Frontmanns Mariusz Duda, bringt Album Nummer fünf heraus: “Fractured” erscheint am 6. Oktober. Duda verarbeitet sein Jahr 2016, das vom Tod des Riverside-Gitarristen Piotr Kozierdadzki und seines Vaters geprägt war. Keine einfache Thematik: Duda öffnet sich mehr denn je und ist gleichzeitig musikalisch eingängiger und zugänglicher als je zuvor. Fans vom Vorgängerwerk “Walking On A Flashlight Beam” brauchen jedoch nicht fürchten, dass Duda nun einen Pop-Schwenk à la Steven Wilson hinlegt. Der diensthabende Betreuer…
»I just wanted to survive, so I thought it would be nice to take these bad things and transform them into something positive.« Lunatic Soul, the side project of Riverside frontman Mariusz Duda, release their fifth album: “Fractured” is out on October 6. Duda deals with the year 2016, in which both Riverside guitarist Piotr Kozierdadzki and his father died. Not an easy topic: Duda opens himself more than he ever did and at the same time the music turns out to be more accessible than ever. But, lovers of “Walking On A Flashlight Beam”, there is no need to…
(48:10, CD, Tonzonen Records, 2017) Achtung! Die folgende Review besteht nur aus Eigenzitaten und Versatzstücken. Der eine oder andere Übergangssatz mag neu sein. Wir bitten dies zu berücksichtigen. Quellen: Die viel zu niedrig bewertete Rezension des Debütalbums sowie das im Frühjahr geführte Gespräch, bei dem Phil Axel Rede und Antwort stand. Ja, genau so herum war es. Axel und Phil. Los geht’s! Wiederkäuen: Seit September 2014 spielen Karakorum aus Bayern handgemachten Prog-/Krautrock. Mitglieder des Quintetts aus Mühldorf formierten sich zunächst unter dem Namen Foreign Faces, bevor sich die aktuelle Besetzung Karakorum taufte und sich in die komplexe Welt der vertrackten…
(39:18, CD, FREIA Music, 2016) Mark Bogert ist ein Gitarrist Anfang 30, der, wenn man seine Biografie liest, völlig mit seinem Instrument verwachsen zu sein scheint: In Rotterdam studierte er Gitarre und Komposition, danach spielte er in mehreren Bands wie Penny’s Twisted Flavour oder Lord Vulture. 2012 stieg er in die niederländische Progband Knight Area ein, zu der außer ihm noch Bassist Peter Vink und Drummer Pieter van Horn gehören. Beide unterstützten ihn bereits auf seinem ersten Album und sind auch auf dem vorliegenden zweiten zu hören. Doch dazu gleich mehr: Neben Knight Area tritt Mark außerdem noch mit seiner…
(53:22, CD, Noisolution/Soulfood, 2017) Dirty Sound Magnet stammen aus Fribourg und waren zehn Jahre lang ein Quartett, das zwei Alben veröffentlichte, fast 200 Konzerte gab und zu einem Trio schrumpfte, nachdem Band und Sänger sich voneinander entfernten und er schließlich ausstieg. Die übrigen Drei haben Singen gelernt, Gitarrist Stavros übernimmt auf dem vorliegenden Album die Leadvocals. “Western Lies” ist Dirty Sound Magnets Debüt als Trio, die Songs entstanden über ein Jahr hinweg im Proberaum. Das Ergebnis ist eine interessante, frische Platte voller Soundexperimente. Sie bietet gitarrenlastigen psychedelischen Rock, der in seinen Grundzügen in Richtung Led Zeppelin oder Jimi Hendrix geht. Die…
(33:45, CD, Heavy Psych Sounds Records, 2017) Das Mutterschiff landet – und zwar mit einem Rumms! Mothership aus Texas, das sind die drei Jungs Kyle Juett (Bass/Lead Vocals) Kelley Juett (Guitar/Vocals) und Judge Smith (Drums), deren Erstlingswerk 2013 herauskam, wonach sie sich vor allem live einen Namen machten. Im März dieses Jahres folgte “High Strangeness”, das zuallerst einmal durch ein famos gestaltetes Cover auffällt. Hört man dann die CD (oder wahlweise die LP) folgt mit dem Opener, der den gleichen Namen wie das Album trägt, ein atmosphärischer, ruhiger Auftakt. Hier wird klar: Alles was wird fachmännisch einwandfrei von drei Handwerkern an ihren Instrumenten gemacht. ‘Ride…
(37:51, CD, Autumnsongs/Just for Kicks, 2015) Anfinnsaas ist ein Duo aus Norwegen, das 2015 sein erstes und bisher einziges Album herausbrachte. 2013 gründeten Gitarrist Knut Finsaas und Schlagzeuger Geir Anfinn Halland Johansen das Projekt. Die beiden kreieren düstere Musik, bei der einem finstere Mächte aus den Tiefen der Erde in den Sinn kommen, die sich ihren Weg an die Oberfläche bahnen, um sich in kalten nordischen Wäldern zu tummeln. Als “Audio-Apokalypse” wird dieses Album angepriesen. In gewisser Weise trifft das zu, dieser Eindruck wird von den brutalen Sounds des Openers bestätigt und zieht sich durch die ganze PLatte. Avantgarde? Noise? Diese Begriffe schweben über…
»Die Musik sollte möglichst abgefahren und komplex sein« An einem frühsommerlichen Sonntagabend haben Betreuter Phil und Axel Hackner, seines Zeichens Sänger und Tastenzauber bei Karakorum, ein entspanntes Telefongespräch geführt – Axel auf seinem Balkon in Neuötting, Phil bei offenem Fenster in Bonn. Eine angenehme Art, Interviews zu führen und den Sonntagabend zu verbringen. Die beiden haben sich über Karakorum unterhalten – über die bisherige Bandgeschichte sowie über Dinge, die noch kommen. Wie zum Beispiel eine Vinyl (VÖ: 22.09.) und der Auftritt beim diesjährigen Herzberg-Festival. Axel: Phil, wo sitzt du eigentlich? Phil: Eigentlich wollte ich hier die Fragen stellen!. Ich sitze in Bonn, und du? Axel: In Neuötting, das…
Zwölf Stunden im (Rock-)Auenland Wenn man sich sonst in die Rheinauen begibt – wenn man so will das Auenland Bonns -, dann um in der schönen Location am Rhein der Natur näher zu kommen, sich im Sommer auf die Wiesen zu fläzen, zu grillen, Rad zu fahren, oder den monatlich stattfindenden Flohmarkt zu besuchen. Diesmal ist das weitläufige grüne Areal allerdings Spielwiese für das eintägige Festival Rockaue. Der Nachfolger der legendären RhEINKULTUR findet dieses Jahr zum dritten Mal statt, es bietet für relativ kleines Geld ein beeindruckendes Line-up. Als wir mittags ankommen, brennt die Sonne bereits auf die Köpfe der ersten Festivalbesucher nieder. Das Wetter könnte nicht…
(46:36, CD, Mascot/Rough Trade, 2017) Die aus Chicago stammende vierköpfige Progressive-Metal-Kombo Black Sites um Ex-Trials-Gitarrist und -Sänger Mark Sugar hat im Februar dieses Jahres ihr Debütalbum “In Monochrome” herausgebracht. Trials, gegründet 2008, veröffentlichte zwischen 2011 und 2015 drei Alben, die sich alle in den Gefilden der härteren Metal-Gangarten mit Growls ansiedeln ließen. Jetzt hatte Sugar Lust auf mehr cleanen Gesang und mehr Hard- und Progrock-Einflüsse. Trials wurde aufgelöst und mit Drummer Chris Avgerin fand er einen ersten Mitstreiter für das neue musikalische Projekt. Mit Produzent Quentin Poynter wurden die ersten Demos im Studio zu richtigen Songs. Nach dem Einstieg von…
»Man muss sich ohne Zweifel und Ängste auf die eigene Musik konzentrieren können« “Abiona” und “Eno” wurden bei uns schon heiß gehandelt und hochgelobt. Einen Abend nach dem ebenfalls auf unserer Seite zu findenden Spidergawd-Konzert hat Betreuer Phil (noch ein wenig davon gezeichnet) mit Simon und Bastian von Second Relation ein Skype-Interview geführt. Die Band ist in Österreich wild verteilt: Bastian Berchtold (Bass/Vocals), Daniel Fleps (Keyboard/Backing Vocals) und Simon Gstöhl (Guitar) wohnen in Innsbruck, Julian Nachbauer (Guitar) und Michael Simic (Drums) in Wien. Die Band kommt eigentlich aus Vorarlberg. Über die Verteilung und ihre Konsequenzen, die bisherige Bandgeschichte sowie über die…
Sonntag, der 28.05.17. Köln. Strahlender Sonnenschein. In Ehrenfeld findet das “Festival der Bierkulturen” statt. Craftbeer bis zum Abwinken, um 13 Uhr wird angestoßen und sich durch die herrlich-leckere Welt der Hopfen(kalt)getränke probiert. Gerne alles in Richtung Pale Ale, danke. Gegen 18 Uhr dann der Aufbruch ins Kölner Nirgendwo – denn, ach ja, abends spielen Riverside. Es gibt Konzerte, die sind emotional vorbelastet. Dieses hier gehörte definitiv dazu. Die erste Riverside-Tour seit dem “Katastrophenjahr” 2016, in dem die Band ihren Gitarristen Piotr Grudziński verlor, nennen sie die “Towards The Blue Horizon”-Tour, benannt nach dem gleichnamigen Lied. Nicht nur der Name ist…
Dieser Konzertbericht wird etwas kürzer ausfallen, denn im Mittelpunkt sollen die Fotos der reizenden Kollegin Deborah Wißkirchen stehen, für die alle Headbanger in der ersten Reihe Platz machten, wenn sie sich zum Knipsen nach vorne drängelte, und die erst dann wieder ihre Haare fliegen ließen, wenn sie fertig war. Das sehr entspannte und aufmerksame Publikum an diesem Abend gehörte der US-amerikanischen Doom-Metal- (mit Prog-Einflüssen) Band Pallbearer sowie dem mehr als passend dazu ausgesuchten Voract Pinkish Black. Von einem dem Betreuer bekannten Konzertbesucher charakterisiert als “Joy Division, nur doomiger”. Pinkish Black aus Texas sind zwei junge Herren, die ihrem Bandnamen alle Ehre…
(50:33, CD, Eigenveröffentlichung, 2017) Nachdem zuletzt das 2014er-Album “Aineo” des Schweizers Roland Bühlmann hier rezensiert wurde, widmen wir uns nun dessen im April dieses Jahres erschienenen Nachfolger “Bailenas”. Kurzes Selbstzitat: “Roland Bühlmann ist ein schweizerischer Gitarrist, Komponist und Produzent, der jahrelang mit diversen Musikern und Bands gespielt hat und sich nun solo Gehör verschafft.” “Aineo” war komplett allein im Heimstudio aufgenommen worden, und auch auf “Bailenas” hat Bühlmann wieder alles selbst komponiert und produziert, zudem spielt er auch auf diesem Album alle Instrumente selbst. Neben elektrischen Gitarren und Bass sind das diesmal Hanottere (auch Emmentaler Halszither), ein traditionelles Schweizer Instrument, Steine aus…
Vor sechs Jahren machten die britischen (NWoBH)Metalpioniere von Iron Maiden auf ihrer “The Final Frontier”-Tour in Oberhausen Halt. Jetzt, im Zuge der “The Book Of Souls”-Tour, kamen sie wieder in die Königs-Pilsener-Arena. Der diensthabende Betreuer war seinerzeit bereits dabei und hat das Doppelalbum “The Book Of Souls” an anderer Stelle bereits ausführlich gelobt. Dass er das Ganze dann auch live erleben mochte, versteht sich von selbst. Diesmal aber auf dem Oberrang und nicht im Innenraum. Das sollte den Konzertgenuss doch erheblich trüben, denn bereits bei der Vorgruppe Shinedown war der Sound zum Schreien schlecht. Die Band aus Jacksonville/Florida versuchte Einiges, um…
(20:55, 26:00, 2CD, RVP, 2017) Nem-Q sind eine niederländische Progressive-Metal-Band, die seit 2004 existiert. Auf ihrer aktuellen Veröffentlichung “Fault Lines” haben sie zwei EPs zu einem Album verknüpft. Dahinter steckt ein Konzept, dass sich auch im Artwork wiederspiegelt: der ewige Konflikt zwischen Kopf und Herz. Auf wen soll man in welchen Situationen eher hören? Auf den kühlen Kopf, oder auf das impulsive Herz? Ein Gefühl, das wohl die meisten von uns kennen. Die erste EP heißt “Subduction Zone”, die zweite “Terranes”. Wir hören fünf Musiker: Paul Sieben an Gesang und Gitarre, Mark Reijven an der Gitarre, Maarten Meeuws am Bass,…