Autor: flohfish

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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(1:25:00; Vinyl (2 LP), CD, Digital; InsideOut Music/Sony Music, 18.10.2024) John Mitchell hat seine Finger bekanntlich in vielerlei Bands und Projekten. Ob Lonely Robot, Kino, It Bites, Arena, Asia oder eben auch Frost*, meist ist die Handschrift des Musikers unüberhörbar. Manchmal so sehr, das man Angst hat, er hätte sich mit dem “Morse Of The Same”-Virus angesteckt. So war es eine echte Erleichterung, als Arena sich nach dem Ausscheiden ihres Sängers Paul Manzi für Damian Wilson als Nachfolger entschieden und die vakante Stelle hinterm Mikrofon nicht einfach ihrem Gitarristen John Mitchell überließen. Nicht etwa, weil Mitchell ein schlechter Frontmann gewesen…

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13.0
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(54:11; Vinyl (2LP), CD, Digital; Constellation Records, 04.10.2024) Godspeed You! Black Emperors neuestes, achtes Studio-Album hat mich gleich zweimal, auf ganz unterschiedliche Weise umgehauen. Das eine Mal, als ich mir die Platte erstmals am Stück anhörte und mich die melodramatische Schönheit und die intensive Emotionalität derart überwältigt haben, wie letztmals “Yanqui U.X.O.”. Dass hier nicht einfach verschiedene Stücke aneinandergereiht worden sind, sondern aufeinander aufbauen und beinahe suitenhaften Charakter besitzen, verstärkte diese Wirkung noch. Ein Album, das so durchdacht und durchkomponiert wirkte, wie man es bei den Kanadiern seit ihrem Meisterwerk “Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven” nicht mehr…

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Vorwort Zu Fehlern sollte man stehen. Deswegen möchte ich diesen Artikel auch in genau der Form stehen lassen, in der er online gegangen ist. Trotz eines gravierenden Fehlers, der nicht hätte passieren dürfen. Als jemand, der Threshold noch nie zuvor live gesehen hatte und dem das Aussehen ihres aktuellen Frontmannes unbekannt gewesen ist, war mir leider nicht aufgefallen, dass an diesen Abend nicht Glynn Morgan auf der Bühne stand, sondern Alessio Garavello (A New Tomorrow, ex Power Quest), der für diesen, für die letzten Konzerte der Tour, aus krankheitsbedingten Gründen eingesprungen war. Glynn Morgan hatte im Laufe der Tour wohl…

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12.0
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(39:23; Vinyl, CD Digital; So Recordings, 04.10.2024) Der Wettlauf ins All (“The Race For Space”), der Aufstieg und Niedergang der Kohleindustrie in Wales (“Every Valley”), ein Porträt der Stadt Berlin (“Bright Magic”) oder auch das hundertjährige Bestehen der BBC (“This New Noise”). Public Service Broadcasting (im folgenden als PBS abgekürzt) sind bekannt für ihre Konzeptalben, auf denen sich die Band historischen Themen und Ereignissen widmet. Nicht anders ist dies bei “The Last Flight”, bei dem sich alles um die Geschichte der Flugpionierin Amelia Earhart dreht, die als erste Frau im Alleinflug den Atlantischen Ozean überquert hat und später, beim Versuch,…

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13.0
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(56:25; Vinyl (2LP), CD, Digital, Season Of Mist, 13.09.2024) Die soulige Stimme von Cammie Gilbert-Beverly, zuvor einfach Gilbert (ja richtig, Cammie und Bandkopf Dobber Beverly haben geheiratet), ist recht einzigartig im Prog-Zirkus und schon alleine Grund genug, einmal in die Platten von Oceans Of Slumber hineinzuhören. Wie außergewöhnlich diese Stimme ist, wird besonders bei den Cover-Versionen deutlich, mit denen die Sängerin in der Vergangenheit eindrucksvolle Duftmarken hinterlassen konnte, darunter Led Zeppelins ‘Kashmir’, Pink Floyds ‘On the Turning Away’, The Animals’ ‘House Of The Rising Sun’ oder auch Type O Negatives ‘Wolf Moon’. Auch auf “Where Gods Fear To Speak” ist…

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14.0
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(43:43; Boxset (3CD + Blu-ray), Vinyl, CD, Digital; Century Media/Sony Music, 04.10.2024) Auf dem diesjährigen Roadburn Festival spielten Blood Incantation zwei grundlegend verschiedene Sets und präsentierten sich ihrem Publikum als janusköpfige Band. Freitags, als sie “Timewave Zero” aufführten, als gefühlvolle Kraut- Psych- & Ambient-Band, die immer wieder Gruppen wie Neu!, Can oder Popol Vuh zitierte, samstags mit einem ihre Karriere umspannenden Programm als brachiale Death Metal-Band. Mit “Absolute Elsewhere” haben Blood Incantation ihre zwei Gesichter nun zu einem einzigen Antlitz verschmolzen. Wie der Titel “Absolute Elsewhere” schon vermuten lässt, trägt das Album doch den gleichen Namen wie die einstige Band…

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(33:58; Vinyl, CD, Digital; Century Media/Sony Music, 27.09.2024) Der englische Metal Hammer bezeichnete Heriot unlängst als “aufregendste neue Band des britischen Metals”. Doch wirklich neu oder spannend ist es nicht, was Heriot auf ihrem Debütalbum abliefern. Zwar lässt die Bezeichnung Industrial Metalcore einen interessanten modernen Crossover erwarten, doch verarbeitet die Band aus Bristol größtenteils altbekannte Zutaten. Denn obgleich das Genre Metalcore auf dieser Platte durchaus vernehmbar ist, sind es doch ganz andere Genres, die hier ihre Duftmarke hinterlassen: Black Metal, Thrash Metal, Deathcore, Doom und Sludge. Und ja, natürlich der Industrial Metal. “Devoured By The Mouth Of Hell” klingt so…

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8.0
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(43:52; Vinyl, CD, Digital; MNRK Heavy, 13.09.2024) Es sind vertraute Sounds aus den 90er Jahren. Was hier aus den Lautsprechern dringt, ist wohl als Grunge bekannt. Oder doch eher als Post Grunge? Denn die Bandnamen, die hier vor dem inneren Auge auftauchen, sind nicht Nirvana oder Pearl Jam, sondern viel mehr Silverchair und die Presidents Of The U.S.A. Aber, ob nun Grunge oder Post Grunge, ganz egal, denn das Wörtchen Post bezeichnet beim Grunge ja sowieso keinen unterschiedlichen Musikstil, sondern indiziert einfach eine zweite Generation von Bands. Dementsprechend müsste man das, was Torus uns hier präsentieren, wohl als Post Post…

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11.0
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(43:28; Vinyl, CD, Digital; Pelagic Records/Velocity Records/Cargo, 09.08.2024) “Megafauna” wurde von And So I Watch You From Afar beim Pelagic Fest im August 2024 uraufgeführt – kurz nach der Veröffentlichung des Albums, in voller Länge und am Stück. Der Auftritt der Nordiren strotzte nur so vor Energie, Spielfreude, guter Laune und muss im Rückblick als eines der Highlights des Festivals bezeichnet werden. Eine Überraschung, denn zu Hause hatte ich Megafauna schon vor diesem Festival gehabt, ohne das ich echten Zugang zu diesem Album hatte finden können. Seltsamerweise hat sich dieser Umstand nach dem bärenstarken Auftritt kaum verändert. Womöglich liegt es…

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12.0
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(50:08, Vinyl, CD, Digital; Century Media/Sony Music, 20.09.2024) Sieht man das Promo-Foto zu “Never, Neverland”, so könnte man Unto Others für einen Klon der Sisters Of Mercy halten. Doch ist die Portlander Band alles andere als ein billiger Abklasch der Kult-Formation um Andrew Eldritch. Natürlich sind gewisse, ja sogar starke Parallelen zu den Sisters nicht von der Hand zu weisen, doch haben Unto Others mit “Never, Neverland” ihren ganz eigenen Dark-Rock-Kosmos geschaffen. Denn obwohl dem ersten Anschein nach hier alles sehr düster wirkt, ist “Never, “Neverland” ein echtes Gute-Laune-Album. Denn neben den Sisters Of Mercy und den ähnlich gearteten Fields…

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9.5
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(38:09; Vinyl, CD, Digital; Circular Waves Records, 13.09.2024) Nun ist “Are You Afraid?” schon über zwei Wochen alt und noch immer die Rezension zur neuen Chaosbay-Scheibe nicht fertig. Grund dafür ist, dass es mir Jan, Matthias, Alex und Patrick mit dieser Scheibe nicht einfach gemacht haben. Einerseits dreht sich der mittlerweile vierte Longplayer der Berliner derzeit bei mir so oft, wie kein anderes Album, andererseits fehlt mir auf dieser Platte etwas, was bisher eigentlich immer zu einer Chaosbay-Platte mit dazu gehört hatte. Aber der Reihe nach. Chaosbay sind als moderne Metalcore-Band bekannt, bei der überwiegend cleaner Gesang, ein wunderbares Gespür…

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An Evening With Haken Haken ist eine der Bands, die ich in letzter Zeit vielleicht ein paar Mal zu oft gesehen habe. Letztmals im Juni 2023, beim Midsummer Prog Festival, und drei Monate davor sogar noch in der Escher Rockhal, an gleicher Spielstätte, wo das Sextett auch im September 2024 wieder auftreten sollte. Eine gewisse Übersättigung hatte sich eingestellt, sodass die Frage aufkam, ob man sich die Band schon wieder geben sollte. Denn so viel anders als im letzten Jahr konnte es an diesem Abend ja eigentlich nicht werden. Ein großer Irrtum, der wahrscheinlich aufgeflogen wäre, hätte man sich im…

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(42:51; Vinyl, CD, Digital; Crazysane Records, 20.09.2024) “Holocene”, die letzte Platte von The Ocean, ist das bisher elektronischste Album des Berliner Kollektivs. Umso erstaunlicher war es, dass The Ocean im August beim Pelagic Fest ganz ohne Keyboarder antraten und sämtliche Synthies vom Band eingespielt wurden. Denn Sound-Designer Peter Voigtmann hatte The Ocean, zwischenzeitlich, heimlich still und leise verlassen. Nichts Ungewöhnlich für ein Kollektiv, das sich ja gerade dadurch auszeichnet, dass immer wieder neue Musiker involviert werden und andere ausscheiden. Ein anderer Künstler, der bei The Ocean aktiv war, ist Chris Breuer, der von 2013 bis 2015 den Bass bei Staps…

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(50:10; Vinyl (2 LP), CD, Digital; MNRK heavy/SPV, 23.08.2024) Siamese, Rising Insane, Chaosbay und Within The Ruins. Die Flut an Alben aus dem Bereich Progressive Metalcore, die im letzten Monat über uns hereingebrochen ist, ist recht gewaltig. Von Einheitsbrei ist man bei diesen vier Bands allerdings weit entfernt. Gerade “Phenomena II” von Within The Ruins unterscheidet sich recht deutlich. Denn wo die Alben der drei anderen Bands vor allem in Sachen Melodien und Gesang in Richtung Pop tendieren, sind die Neu-Engländer tendenziell gen Deathcore ausgerichtet. Unterstrichen wird dies insbesondere durch Steve Tinnons Leadvocals, die praktisch niemals clean gehalten sind, sondern…

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(43:01; Vinyl, CD, Digital; Hopeful Tragedy Records (Eigenveröffentlichung), 20.09.2024) Kein Noise Rock, kein Post Hardcore und kein Indie Rock. Kein Prog, kein Singer/Songwriter und nur ganz wenig Post Rock. Von dem Stilmix, der eigentlich so typisch für Alex Henry Foster ist, findet sich auf diesem Tonträger nur wenig wieder. Trotzdem ist “A Measure Of Shape And Sounds” ein Album geworden, das unverkennbar die Handschrift des kanadischen Künstlers trägt bzw. dessen Atem haucht. Nur, dass die Gefühle Fosters, denen er auf seinen Platten immer so eindringlich Ausdruck verliehen hat, hier nicht durch dessen Texte vermittelt werden, sondern durch instrumentale Ambient-Soundscapes, die…

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(41:55; Vinyl, CD, Digital; InsideOut Music/Sony Music, 06.09.2024) Pure Reason Revolutions Debütalbum “The Dark Third” darf durchaus zu den Klassikern des Modern Prog gezählt werden. Mit ihren beiden Folgealben wurden die Briten dann immer experimenteller, gleichzeitig aber auch immer weniger Prog, denn Electronica und Synthie Pop durchzogen “Armor Vincit Omnia” (2009) sowie “Hammer And Anvil” (2010). Zweiteres beinhaltete sogar echte Dancefloor-Kracher, mit denen sich die Band dem Sound von The Prodigy und Faithless annäherte. Es folgte eine Pause von zehn Jahren. Als Pure Reason Revolution 2020 dann mit “Eupnea” ihre lang ersehnte Reunion feierten, da konnte man das Gefühl haben,…

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Moon Safari Das französische Elektronik-Duo Air gastierte diesen Juli im Innenhof der ehemaligen Abtei Neimënster in Luxemburg, um, mit einem Jahr Verspätung, den 25-jährigen Geburtstags ihres Albums “Moon Safari” zu feiern. Ein Klassiker der späten 90er Jahre, der vor dieser Tournee tatsächlich noch niemals komplett aufgeführt worden war. Die Bühne, die im Luxemburger Grund errichtet worden war, erweckte den Anschein eines IKEA-Regals, Model “KALLAX”. Darauf Platz nahmen drei Männer, ganz in Weiß gekleidet. Auf der linken Seite, Jean-Benoît “JB” Dunckel hinter seinen Keyboards, ganz rechts, Nicolas Godin mit seiner Bassgitarre und dazwischen, Louis Delorme, der die beiden Versailler hinterm Schlagzeug…

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(48:42; Vinyl, CD, MC, Digital; In My Room (Eigenveröffentlichung), 13.09.2024) Der frühere Minimal-Techno-Künstler Anders Trentmøller geht mit “Dreamweaver’ konsequent den Weg weiter, den er mit “Observe” eingeschlagen und mit “Memoria’ weiterverfolgt hat. Gut so, denn die Leichtigkeit, mit der der Däne Electronica, Dream Pop und Shoegaze zum Dreamgaze verschmelzen lässt, etwa beim Titelstück, ist ganz große Handwerkskunst. Obwohl ‘Dreamweaver’ natütlich zum Träumen einlädt, bleibt die Platte jederzeit spannend genug, dass man zu keiner Zeit Gefahr läuft, beim Hören einzuschlafen. Elemente aus der Filmmusik und Einflüsse aus dem Dark Wave (wie zuletzt 2016 auf “Fixion”) tragen Sorge dafür. Wer…

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(55:01: Vinyl (2 LP), CD, Digital; InsideOut Music/Sony Music, 06.09.2024) Manches Album kauft man sich schon alleine aufgrund seines Cover-Artworks. “Permission To Fly” gehört nicht zu diesen Platten. Denn das Airbrush-Motiv von Künstler Jerry LoFaro ist doch arg kitschig geraten. Nicht wegen der Technik, nicht wegen der verwendeten Farben, sondern aufgrund des Motives, bei dem die schwarzen und weißen Tasten eines Klaviers mit dem Gefieder eines Vogels verschmolzen worden sind. Und doch passt dieses Artwork sehr gut zum 16. Solowerk von Jordan Rudess, dem aktuellen Keyboarder von Dream Theater. Denn “Permission To Fly” ist kein Keyboard-Album geworden, bei dem Rudess…

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(51:40; Vinyl (2 LP), CD, Digital; InsideOut Music/Sony Music, 30.08.2024) Es gibt kein Zurück mehr. Leprous gehen ihren eingeschlagenen Weg unbeirrbar weiter. Zwar ist “Melodies Of Atonement” deutlich direkter und heavier ausgefallen als seine beiden Vorgänger “Aphelion” (2021) und “Pitfalls” (2019): The goal for that album was to remove all the orchestral elements and focus everything more around the actual members of the band. The symphonic parts, I will take further in my solo project later on. It’s a change of path in Leprous for sure. The goal was to be more straight to the point and more pure, in…

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