Die Unnahbarkeit der Perfektion
Bereits im Frühjahr 2024 waren The Pineapple Thief im Rahmen ihrer “It Leads To This”-Tour in deutschen Landen unterwegs und legten dabei gleich mehrere Stopps im Südwesten ein: im Aschaffenburger Colos-Saal, im Kölner Carlswerk Victoria sowie in der Neuen Gebläsehalle im saarländischen Neunkirchen – alles Orte, die von meiner Heimat an der Mosel etwa zwei Autostunden entfernt liegen. Dass Bruce Soord, Gavin Harrison, Steve Kitch, Jon Sykes und Tour-Gitarrist Beren Matthews ein gutes Jahr später erneut für gleich zwei Stopps (in Frankfurt am Main und in Esch) in die Großregion zurückkehren würden, war zwar überraschend, aber keineswegs unwillkommen. Besonders erfreulich war dies, weil The Pineapple Thief mit der “Last To Run”-EP inzwischen neues Songmaterial veröffentlicht hatten, auf das man sich für die bevorstehenden Konzerte freuen konnte. Oder etwa doch nicht?
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Auf die fünf Songs der aktuellen EP wartete man vergebens. Dieser Drang zur Perfektion – und die daraus resultierende, subjektiv empfundene Unnahbarkeit – war in dieser Ausprägung nicht immer präsent, vor allem nicht in der Zeit, als The Pineapple Thief noch als erweitertes Solo-Projekt von Bruce Soord galten. Und doch zeigte die Band an diesem Abend, dass sie auch anders kann, zumindest ansatzweise.
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Bruce Soord, Gavin Harrison, Steve Kitch und Jon Sykes nahmen dazu, ohne Beren Matthews, auf Hockern am vorderen Bühnenrand Platz und hatten sichtlich Spaß an dieser Einlage, bei der sogar ein Rasselchen in Ananasform zum Einsatz kam. Doch so charmant dieser Moment auch war, auch das Akustikset wirkte seltsam routiniert – als ob es auf jedem Tourstopp exakt so inszeniert würde.
Denn auch wenn das Unvollkommene oft den größeren Charme besitzt, sind es Präzision und Perfektion, die uns in Staunen versetzen – und sprachlos zurücklassen.
Dass den akkreditierten Fotografen – anders als früher – der Zugang zum Fotograben (mit Ankündigung) verwehrt wurde, unterstreicht die empfundene Unnahbarkeit zusätzlich. Dass es bei anderen Konzerten Ausnahmen gab, macht es nicht besser – im Gegenteil. Denn anders als der Otto-Normal-Fotograf durften diese ihre Bilder nur nach vorheriger Genehmigung der Band veröffentlichen. Ganz nach dem Motto: “Besser eine schlechte Aufnahme mit einem Teleobjektiv als ein hochwertiges Foto, das aus der Nähe aufgenommen wurde – und auf dem womöglich Dinge zu sehen sind, die nicht gesehen werden sollen”.
Fotos: Prog in Focus
Technical Support: Frank Schenkelberg
Surftipps zu The Pineapple Thief:
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ProgArchives
Wikipedia
Rezensionen:
“Last To Run (EP)“ (2025)
“It Leads To This” (2024)
“Give It Back” (2022)
“The Soord Sessions Volume 1-4 (2021)
“Versions Of The Truth“ (2020)
“Hold Our Fire“ (2019)
“Dissolution“ (2018)
“Where We Stood“ (2017)
“Your Wilderness“ (2016)
“Magnolia“ (2014)
“All The Wars“ (2012)
“Someone Here Is Missing“ (2010)
“Tightly Unwound“ (2008)
“What We Have Sown“ (2008)
“Little Man“ (2006)
“10 Stories Down“ (2005)
“Variations On A Dream“ (2003)
“137“ (2001)
“Abducting The Unicorn“ (1999)
Liveberichte:
15.03.24, Köln, Carlswerk Victoria
26.02.24, Neunkirchen, Neue Gebläsehalle
09.03.22, Oberhausen, Turbinenhalle 2
26.10.21, Mainz, Kulturzentrum
28.09.18, Köln, Live Music Hall
13.09.17, Köln, Luxor
25.01.17, Oberhausen, Zentrum Altenberg
Interviews:
Interview: Bruce Soord, The Pineapple Thief, zu “Your Wilderness” (2016)
Weitere Surftips:
Veranstalter & Venue: Rockhal