(61:51; CD, digital; OtherSide Records; 24.01.2025)
Nach dem exzellenten Album “The Pulse of Life” nun die nächste Veröffentlichung auf dem Otherside Label, auch in diesem Fall wieder im labelspezifischen Großformat. Die sehr schöne Aufmachung macht Lust auf mehr und das gilt ebenfalls für die ersten Töne, die einem entgegenkommen, denn in die experimentellen Klänge mischen sich wunderbare Mellotronchöre und der EM-Fan kommt gleich auf seine Kosten.
Es handelt sich auch hier also um eine Veröffentlichung aus dem Bereich der Elektronischen Musik, doch sollte man nun nicht der Idee verfallen, dass es sich bei OtherSide um ein Label handelt, das ausschließlich im EM Bereich unterwegs ist. Bestes Gegenbeispiel ist die Wiederveröffentlichung des Albums “Lialim High” der schwedischen Neoprogger Twin Age.
Doch zurück zu “Ouroboros II” bzw. zunächst einmal zum Musiker selbst. Kennern der Szene dürfte der Name Xan Alexander geläufig sein, denn neben vielen Soloalben spielt oder spielte er auch in Formationen wie Magnetron oder The Omega Syndicate. Mit Letztgenannten hat er ausgesprochen viele Alben aufgenommen, die zum Teil wahre Sammlerstücke sind, da sie nur in sehr geringer Stückzahl produziert wurden.
Der in drei Abschnitte aufgeteilte 12 ½-minütige Opener ‘Horn of Monoceros’ darf als mustergültiges Beispiel dafür herhalten, welche Art von Elektronischer Musik den Hörer erwartet. Nämlich hochklassige, von der Berliner Schule inspirierte Kompositionen, die sowohl melodische Synthesizerlinien wie auch stimmungsvolle Mellotronflächen und typische Sequenzerläufe beinhalten, das alles verbunden mit feinen Soundgebilden. Dass hier ab und zu mal Tangerine Dream um die Ecke schauen, in diesem Falle etwa zur “Rubycon”-Periode, ist sicherlich kein Zufall. Die weiteren Titel sind meist um die neun Minuten lang, lediglich das abschließende ‘ChronoGenesis I’ bringt es dann noch mal auf eine Laufzeit von einer Viertelstunde, auch hier wieder inklusive wunderschöner Mellotronarrangements.
Kleiner Schönheitsfehler im Innenleben des Covers, dort ist die Nummerierung in der zweiten Hälfte falsch gelaufen, was sich aber sicherlich verschmerzen lässt. Das Mastering stammt übrigens von Robert Rich, auch kein Unbekannter in der Szene. Mit “Ouroboros II” ist dem Künstler ein großartiges Werk gelungen, das dem Freund spannender Elektronischer Musik und speziell auch dem Mellotron-Fan zusagen sollte.
Zum Schluss stellt sich noch eine Frage: Wo ist denn nur “Ouroboros Teil 1”? Jedenfalls nicht in der Diskografie des Künstlers. Seltsam, das.
Bewertung: 11/15 Punkten
Besetzung:
Xan Alexander – electronics / sequencers / software / granular voice / guitarscapes / bass
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Abbildungen: Xan Alexander