Karmakanic – Transmutation
(61:25, CD, digital, Reingold Records/Just for Kicks, 07.03.2025)
Der ehemalige Bassist der Flower Kings, Jonas Reingold, ist ein vielbeschäftigter Musiker, nicht zuletzt durch das intensive Touren mit der Band des legendären Steve Hackett. Dadurch sind einige andere Projekte zu kurz gekommen, doch nun ist neun Jahre nach dem letzten Album “Dot” auch mal wieder die Zeit für “seine” Band Karmakanic gekommen. Dass es seine Band ist, darf zweifellos so formuliert werden, denn ein Blick aufs Booklet zeigt, dass wieder alle Songs aus seiner Feder stammen (Text und Musik), er das Album produziert hat und es auf seinem Reingold Label veröffentlicht wurde. Selbstverständlich kommt sein prägnantes Bassspiel nicht zu kurz, doch er steuert auch elektrische und akustische Gitarren, Tasteninstrumente und Gesang bei. Es ist sicherlich kein Zufall, dass sich in der illustren Gästeschar auch Wegbegleiter aus Zeiten mit den Flower Kings oder Tangent, aber ebenso aus der aktuellen Steve Hackett Band und der früheren Karmakanic Zeit befinden.
Wie die Band Karmakanic aussehen würde, wenn dieses grandiose Album einmal live präsentiert wird, ist offen. Jedenfalls ist die Auswahl höchstkarätig, wenn man sich die Besetzungsliste anschaut. Wobei Jonas hier einen wichtigen Volltreffer bei der Wahl des Sängers gelandet hat, denn er konnte Arena-Gitarrist John Mitchell für diese Aufnahme gewinnen. Ein echter Gewinn aus Sicht des Rezensenten, der gerne wiederholt, dass seiner Meinung nach Mitchell zu den Sängern gehört, die (wie beispielsweise auch Ray Wilson) jeden Song mit ihrer prägnanten Stimme aufwerten.
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Das Album startet mit einem kurzen, sehr flotten Instrumental mit dem Titel ‘Brace for Impact’. Hier treffen Tillisons Hammondorgel, Larssons flinke Synthiläufe und Jonssons mal rockige, mal Fusion-artige Gitarre aufeinander, begleitet von fettem Bass und Simon Phillips am Schlagzeug. Mit ‘End of the Road’ folgt einer der schönsten Titel des Albums, eingeleitet durch eine wunderbare Melodie und ergänzt durch die perfekt passende Stimme von John Mitchell. Das Intro zeigt, dass man auch nach Flower Kings klingen kann, ohne dass Roine dabei ist, die Gitarre wird in diesem Fall nämlich von Luke Machin gespielt. Und als zweiter Sänger stößt noch der gerade sehr angesagte Randy McStine hinzu. Ein traumhaft schöner Song, der es auch auf eine Spielzeit von knapp über zehn Minuten bringt. Keine Sekunde zu lang.
Es folgt mit ‘Cosmic Love’ die erste Single-Auskopplung. Hier mit Drummer Craig Blundell und McStine an der Gitarre, bietet der Song einen eingängigen Melodic Prog Song, der schnell ins Ohr geht. Ähnliches gilt für ‘We Got the World in our Hands’, bei dem der Refrain vielleicht ein bisschen zu oft wiederholt wird.
‘All That Glitters is Not Gold’ ist ein weiterer Ohrwurm, hier sind auch Akkordeon, Flöte und Saxophon zu hören, doch ebenso ist ein Part mit fetten Riffs und starker Gitarrenarbeit eingebunden. Hmmm, irgendwie kommt gegen Ende gar in den Sinn, es könnte sich als Musik für einen Bond-Film eignen. Auf ‘Lose This Ball and Chain’ wird Mitchell am Ende noch durch Göran Edman unterstützt, die Keyboards werden von Tomas Bodin bedient, das Gitarrensolo steuert Krister Jonsson bei.
Den Abschluss bildet das Magnum Opus, der 23-minütige Titelsong ‘Transmutation (the Constant Change of Everything)’ – und das ist definitiv ein weiteres Highlight! Hier beweist der Protagonist, dass er in der Lage ist, einen auch auf diese Länge stets spannenden Titel zu komponieren. Dabei wird sehr abwechslungsreich agiert, es hat wieder wunderschöne Melodien im Angebot mit einigen Höhepunkten, unter anderem die akustische Gitarre von Steve Hackett, andererseits auch jazzige Klaviereinlagen. Mitchell wird hier durch die feine Stimme von Dina Höblinger unterstützt, an der Schießbude sitzt Nick D’Virgilio, Krister Jonsson (übrigens schön, auch von ihm wieder mal zu hören) steuert ein starkes Holdsworth-artiges Solo bei.
PS: Reingold legt übrigens Wert auf folgende Feststellung:
“This recording is 100% AI free, played by real people on real instruments.”
Recht so!
Bewertung: 13/15 Punkten
Besetzung:
Jonas Reingold – fretless and electric bass guitars / acoustic and electric guitars / keyboards / backing vocals
Lalle Larsson – keyboards
Tomas Bodin – keyboards
Roger King – keyboards
Geri Schuller – piano
Andy Tillison – Hammond organ / clavinet
Randy McStine – lead and background vocals / electric guitars / 12string acoustic guitar
John Mitchell – lead vocals / 12string guitar
Göran Edman – lead vocals
Dina Höblinger – lead vocals / backing vocals
Amanda Lehmann – backing vocals
Simon Phillips – drums
Craig Blundell – drums
Nick D’Virgilio – drums
Luke Machin – solo guitars / nylon acoustic guitar
Steve Hackett – nylon acoustic guitar
Krister Jonsson – electric lead guitar
Jan-Olof Jonsson – acoustic guitar
Sven Cirnski – electric guitar
Rob Townsend – tenor and soprano saxophone
Lelo Nika – accordion
Markus Lukastik – flute
Surftipps zu Karmakanic:
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Abbildungen: Karmakanic