(42:58; CD, Digital, MNRK Heavy, 28.02.2025)
Dario Lorina (Mitglied bei Black Label Society, sowie Ex-Lizzy Borden) bringt mit Dark Chapel sein eigenes Baby an den Start. All die Phasen und Prägungen von 80s/90s Metal/Hardrock/Blues bis Alternative/Grunge findest du mit kraftvoller Produktion und einigem Fokus auf den Gitarren in “Afterglow”. Der Opener und Titelsong prescht erstmal modern und kraftvoll nach vorn, traditioneller grooviger Metal mit einem Auge in der Vergangenheit, aber auch immer voll im Saft, im Hier und Jetzt. Man merkt schnell, Lorina möchte seine Gitarre präsentieren, somit stell’ Dich ein auf Soli hier und da. Etwas alternativer schwerer Grunge/Blues schwingt im Refrain bereits mit und findet im metallisch rockigen 80s Metal von ‘Hollow Smile’ seine Fortsetzung. Die Riffs sind Zakk Wylde-infiziert, die Vocals wären gerne Layne Staley. Das macht Laune, wenn man mit klassischem Hard Rock/Metal und gleichzeitig schwerem Grunge keine Berührungsängste hat. Die Riffs sind prall, die Soli ausufernd und es rockt.
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Der Hit ‘We Are Remade’ ist düster und verschlungen, hat erneut einen gehörigen Einschlag Alice In Chains in den Vocal-Arrangements und findet trotzdem immer wieder zum metallischen Hardrock zurück. Bluesiger Metal im eher kraftvoll schleppenden ‘Corpse Flower’ und schön Grunge beeinflusster Hardrock machen ‘Glass Heart’ ebenfalls zu einem Highlight der Platte. Chris Cornell-affiner Gesang zu blumig geerdeten, eher balladesken Gitarren-Parts in der Strophe wissen zu begeistern, der Refrain lebt von aufbrausender Dynamik und Melodik und drückt hervorragend. Die Soli bekommen erneut Auslauf und Lorina lässt sich da mit viel Leidenschaft nicht lumpen.
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Mit der einfach nur wunderschönen Piano-Ballade ‘Dead Weight’ zeigt der Musiker, was in ihm steckt. Mit einigem an Feeling und Atmosphäre berührt der Song und lässt Innenschau zu. Tolle Vocals und Arrangements – Gänsehaut pur. Mich erinnert das ebenfalls sehr positiv an die emotionalen Momente der fantastischen “Sounds Of Green And Blue” von The Lunar Effect. Und weil es so schön ist, bringt man mit der leider viel zu kurzen Akustik-Ballade ‘Dark Waters’ den nächsten eher sanften Höhepunkt. Etwas Kings X und Co. lassen sich in der Melodik nicht leugnen – eine weitere Groß-/Wohltat für die Ohren/Synapsen. Schleppend bluesiger Hardrock mit etwas Led Zeppelin im Flow findest Du im entspannt rockigen ‘All That Remains’, während das folgende ‘Gravestoned Humanity’ mit dicken Hardrock-Riffs immer wieder den Link in die späten 80s vollführt, wäre nicht Layne Staley am Mikro, haha. Zum Glück finden die Amis im lässig rockenden Rausschmeißer ‘Bullet In Our Chamber’ nochmal die richtig große Melodie und vereinen Soundgarden, Alice in Chains und allerhand wertiges aus 40 Jahren härterem Rock. Wenn es hier und da etwas weniger Gitarrengepose gäbe, wäre diese Platte der heiße Sh.. für mich geworden, hat man doch richtig große zeitlose Melodien im Gepäck, die manchmal von zu viel traditionellen Metal Soli in die Schranken gewiesen werden. Trotz dieser Mini-Kritik mag ich das Album, da tolle Chorus/Vocal-Lines, pralles Instrumentarium und schön rockige Melodien Kurzweil und Feeling ins heimische Wohnzimmer transportieren.
Bewertung: 11/15 Punkten
Tracks:
Afterglow
Hollow Smile
We Are Remade
Corpse Flower
Glass Heart
Dead Weight
Dark Waters
All That Remains
Gravestoned Humanity
Bullet in Our Chamber
Line-Up:
Dario Lorina – Vocals/Guitars
Brody DeRozie – Guitars
Luis Silva – Drums
Mike Gunn – Bass
Surftipps zu Dark Chapel:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Oktober Promotion zur Verfügung gestellt.