Anneke van Giersbergen – La Vie (EP)

Anneke van Giersbergen - La Vie (EP) (Eigenveröffentlichung, 28.02.2025) (18:17; Digital, Eigenveröffentlichung, 28.02.2025)
Im nächsten Jahr soll mit “La Vie, La Mort, L’Amour” das erste Studioalbum Anneke van Giersbergens seit dem 2020er “The Darkest Skies Are The Brightest” erscheinen. Vor der physischen Veröffentlichung dieses als Trilogie konzipierten Werkes werden dessen Einzelteile – “La Vie”, “La Mort” und “L’Amour” – nach und nach in digitaler Version als EPs erhältlich sein. Den Auftakt macht dabei – was nur schwerlich zu erraten war – das aus vier Einzeltracks bestehende “La Vie”, das Ende Februar 2025 das Licht der Welt erblicken wird.
Für alle Fans von Anneke und ihrer unverkennbaren Stimme ist dies ein netter Zug – nicht nur, da ihr letztes Album bereits fünf Jahre zurückliegt, sondern insbesondere deswegen, weil nicht wenige Fans gerade sehnlichst auf die angekündigten Reunion-Konzerte von The Gathering warten dürften, bei welchen van Giersbergen zusammen mit ihren ehemaligen Bandkollegen den Bandklassiker “Mandylion” an sechs aufeinanderfolgenden Abenden im Doornroosje zu Nimwegen zu dessen 30-jährigem Jubiläum live präsentieren wird. Denn was könnte die lange Wartezeit bis Ende August besser überbrücken als neue Musik aus dem Halse von Goldkehlchen Anneke?
Mit “La Vie” erwartet einen das bisher vielleicht persönlichste Werk der aus Nordbrabant stammenden Musikerin, denn Anneke van Giersbergen schrieb die Musik, die auf “La Vie” zu hören ist, nur kurze Zeit nach dem Tod ihrer beiden Eltern.

Last year, I was confronted with some of life’s biggest questions and the doubt that came with my loss. These songs reflect my emotions and thoughts during that challenging time. Musically, I was inspired by the sounds of the ’80s and ’90s, the music that shaped my youth.

So stehen Annekes Stimme und ihre Texte zwar im Mittelpunkt der vier Stücke, doch ist die dazugehörige Musik gottlob mehr als nur stimmungsbetonende Begleitung – was bereits beim Opener überdeutlich wird. Denn obgleich sein Text ernst und ergreifend ist und Ausdruck tiefster Trauer, ist ‘One More Nanosecond’ eine musikalische Celebration of Life, die erstaunlich beschwingt und leichtfüßig daherkommt.

The-Gathering-Vibes kommen dann erstmals beim leicht beklemmend wirkenden ‘When I Die’ auf, das nicht nur seiner sphärischen Grundstimmung nach ein wenig an das ’98er ‘How To Measure A Planet?’ erinnert, sondern bei dem gegen Ende hin sogar die Gitarren ordentlich bratzen.
‘More Than A Thousand Words’ hingegen ist höchst eingängiger Art Pop, der einerseits wegen seines catchy Choruses überzeugt, andererseits aber auch genügend Raum lässt, damit Annekes Mitmusiker an Saxofon und Violine solieren können.
Den Abschluss der EP bildet mit ‘Heal Me’ ein Stück, das v. a. aufgrund seiner intensiven Gesangslinie überzeugt, aber auch musikalisch interessant ist, da sich hinter Annekes Stimme vielschichtige, kleinere Spielereien verbergen, in denen Elemente aus Art Rock und Progressive Rock verarbeitet werden.
Anneke van Giersbergen ist mit ‘La Vie’ eine Sammlung von Liedern gelungen, die allesamt überzeugen können. Verwunderlich ist dabei, dass ‘La Vie’ musikalisch weitaus positiver gestimmt ist, als es das ernste Thema, dem diese EP zugrunde liegt, vermuten ließe. Ein gelungener Auftakt einer Trilogie, die die Messlatte für die beiden Folgeteile ordentlich hochgelegt hat. Man darf nun mit Spannung darauf warten, was in den nächsten Monaten noch folgen wird …
Bewertung: 11/15 Punkten

La Vie von Anneke van Giersbergen

Anneke van Giersbergen - La Vie (EP) (Eigenveröffentlichung, 28.02.2025)
Credit: Mark Uyl

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Rezensionen:
“The Darkest Skies Are The Brightest” (2020)
“With Residentie Orkest The Hague – Symphonized” (2018)

Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Head of PR zur Verfügung gestellt.