Ultraphauna – No No No No

(68:05, Download, CD, 2-LP, Eigenveröffentlichung, 21.04.2021)
Man stelle sich mal vor, dass der grossartige Violinist Timba Harris, der bereits für Amanda Palmer, SunnO))), Atomic Ape, Orange Tulip oder Mr. Bungle musiziert hat, aber insbesondere für seine Arbeit für Estradasphere und Secret Chiefs 3 bekannt sein dürfte, die britische Art-Performance-Künstlerin Dorothy Wave von a.P.A.t.T. entdeckt hätte. Und dann hätten die beiden ihre überborderdende Kreativität vereint, Toby Driver von Kayo Dot ins Boot geholt und eine Platte konzipiert, die zwischen Ethno-Avantgarde, ArtPop, wave-iger Electronic und wuchtiger Percussion (wofür Joel Murray verantwortlich ist) mäandert. Ultraphauna würde man das Ganze nennen, und so ist es geschehen. Avantgardistischer Pop mit Hang zu Melodie, fröhlichem Getue und exotischer Ausstrahlung bekommt man von dieser “Supergroup” geboten.

Man hört einiges, was von man von den (auf Eis gelegten) Secret Chiefs 3 erwarten würde, manches wirkt minimalistisch, erinnert an Laurie Anderson, anderes hat eine vorderasiatischen bis nordafrikanischen Sound. Das ist sowohl anspruchsvoll, als auch wunderschön und dürfte im Live-Umfeld umwerfend sein. Live ist ein Stichwort:

No No No No Tour Spring 2023

18/4 La Demeurée Caen FR
19/4 Plessé FR
20/4 Celtic Pub Tarbes FR
21/4 tba Villefranche-de-Rouergue FR
22/4 Le Negral Lugan FR
23/4 Cafe Poésie Toulouse FR
24/4 Perpignan FR
25/4 Le Café du Cours Reillanne FR
26/4 Le Brassitorium Callian FR
27/4 The Secret Place Montpellier FR
28/4 Raymond Bar Claremont Ferrand FR
29/4 Brairie Compagnon Grandris FR
30/4 Ludmilla Bern CH
2/5 la Chaouée Metz FR
3/5 tba tba
4/5 Punctum Prague CZ
5/5 Falcon Club Klatovy CZ
6/5 Divadlo Pod Lampou Pilsen CZ
7/5 Freakshow Wurzburg DE
8/5 Zukunft am Ostkreuz Berlin DE
9/5 C.Keller Weimar DE
10/5 tba tba
11/5 Het Groene Veld Amsterdam NL
12/5 Chez Hervé Liege BE
13/5 Le Dunois Paris FR
14/5 La Grange Erquery FR

Höchstlich empfohlen für alle Interessierten. Zumal Timba Harris verspricht, dass die Live-Performances noch improvisierter und mitreißender werden.

“No No No No” ist ein wunderschönes, sperriges Kling-Klang-Album, geprägt durch Violine, Keboards und druckvoller Rhythmik, teilweise mit faszinierenden Vocals, weitenteils instrumental. Das Debüt von Ultraphauna ist höchstwertig produziert, bricht nicht in Extreme (wie z.B. Estradasphere) aus, sondern fühlt sich so an, als könne man Stücke wie ‘Pearl’ auch radiotauglich vermarkten. Wunderschön, anspruchsvoll, abwechselungsreich, in sich stimmig.

Teapot of the Week
“Teapot of the Week” auf Betreutes Proggen in der KW16/2023

Wer Probleme mit Avant hat, der kann sich hier ausprobieren. Wer Probleme mit Pop hat, der kann das hier mal versuchen. Ein Versöhnungs-Album auf allen Ebenen. Spitzenklasse!
Bewertung: 15/15 Punkten

PS: Hierzu noch folgendes: Ich liebe Secret Chiefs 3 (insbesondere live), ich bin ein Riesenfan von a.P.A.t.T und habe großen Spass an Estradasphere; aber keine dieser Bands hat bisher je ein so rundes Album herausgebracht.

Timba:

2, 3, 5, 6, 9

Dorothy:

1, 4, 7, 8, 10

Surftipps zu Ultraphauna:
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