(51:53, CD, Vinyl, Digital, InsideOut Music/Sony Music, 2020)
Es hat natürlich einen eigenartigen Beigeschmack, in der jetzigen Zeit ein Album mit dem Namen “Virus” zu veröffentlichen. Doch wie die Haken betonen, entstand diese Idee schon lange bevor ein gewisser Virus die Welt veränderte und ist somit lediglich ein unglücklicher Zufall. Als thematisch und konzeptionell lose verbundene Fortsetzung des Vorgängers “Vector” arbeiteten Haken bereits seit einiger Zeit an den Ideen, die nun in dieses Studioalbum mündeten. Weiterhin plant man, irgendwann in der Zukunft beide Alben einmal gemeinsam aufzuführen. Insofern steckt dahinter also mehr als eine spontane Anlehnung an den pandemischen Zeitgeist.
Von der Komplexität und dem Härtegrad her ist “Virus” nochmals eine gewaltige Steigerung. Gerade der Albumeinstieg mit dem vorab veröffentlichten ‘Prosthetic’ setzt auf mächtiges Riffing und jede Menge Tempo gepaart mit technischen Spielereien. Wiederum abgemischt von Adam ‘Nolly’ Getgood, verfeinern Haken im weiteren Verlauf des Albums ihre Art Prog Metal immer wieder mit modernen Sounds und düsterem Djent Einschlag.
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Auch wenn Haken noch immer nach sich selbst klingen, so ist “Virus” mit Sicherheit ihr bisher härtestes und bisweilen ebenfalls komplexestes Album. Die Gefahr, in eine Art prog-metallischen, allzu technischen Overkill zu geraten, sind dabei natürlich vorhanden, doch gehören ebenfalls die melodisch-hymnische Komponente, wie auch die angenehme, wandlungsfähige Stimme von Frontmann Ross Jennings bei den Engländern dazu.
Diese Elemente werden zwar bei diesem Album mehr in den Hintergrund gedrängt, doch ist nicht alles nur auf Tempo und Dynamik ausgerichtet. Als Beispiele dienen hier das über 10-minütige ‘Carousel’ oder ‘Canary Yellow’, wo ebenfalls Platz für weniger wuchtige Parts und atmosphärische Zwischentöne bleibt. Hin und wieder finden sich sogar an anderen Stellen leicht überdrehte Bombast-Elemente, die man ansonsten eher von Devin Townsend kennt, mit dem man zufälligerweise in der Vergangenheit gemeinsam auf Tour war.
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Eingespielt von Ross Jennings (Gesang), Charlie Griffiths (Gitarre), Rich Henshall (Gitarre, Keyboards), Diego Tejeida (Keyboards), Conner Green (Bass) und Raymond Hearne (Schlagzeug) gipfelt das Album im fünfteiligen ‘Messiah Complex’, welches die unterschiedlichen Facetten der Band vereint. Nach sachtem Beginn setzt man zuerst auf hymnische Power, um bei ‘A Glutton for Punishment’ größtenteils in eine Art Meshuggah / Devin Townsend Hybrid Modus zu schalten. Beim vierten Teil ‘The Sect’ kommen schräge Einwürfe hinzu, um ganz zum Schluss die Dramatik immer mehr zu steigern.
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“Virus” ist technisch komplex, schlägt an manchen Stellen gewaltig über die Stränge, hinterlässt in seiner Gesamtheit jedoch einen überzeugenden, sehr intensiven Eindruck.
Bewertung: 12/15 Punkten (KR 12, KS 12)
PS der Schlussredaktion:
“Dearest Haken friends, family and fans,
Unfortunately, due to ongoing logistical challenges, our new album ‘Virus’ will now be released on July 10th. We’d like to thank everyone behind the scenes at Inside Out and the various distribution channels who are working as hard as possible to navigate the challenging times in which we find ourselves. We know this news will be as disappointing to you as it is to us, but we want you to know that we really, really appreciate your patience – so a big THANK YOU goes to you for sticking with us while we get through this.”
https://www.instagram.com/p/CBBVKTknSCV/
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Abbildungen: Haken / InsideOut Music