King Buffalo – Longing To Be The Mountain

(41:54, 21:16, CD, Vinyl, Digital, Stickman Records/Indigo, 2018)
So unspektakulär der Bandname (mal ehrlich, King Buffalo klingt doch reichlich nach bierseligem Stonerrock), so beeindruckend die Musik, welche die Band aus Rochester/New York auf ihrem zweiten Album in fast schon ehrwürdiger Art und Weise zelebriert. Eigentlich ist “Longing To Be The Mountain” klar abgesteckt. Mit seinen knapp 42 Minuten ist das Werk geradezu prädestiniert für eine Vinyl-Edition, die natürlich dann auch auf der Agenda steht. Weil in den Siebzigern, und eben da ist der Sound von King Buffalo weich gebettet, Vinyl nun einmal das audiophile Format Nummer eins war. Authentizität muss sein. In dreimal zehn und dreimal vier Minuten bietet das Trio um Frontmann Sean MacVay einerseits singlekompatible Kurzweil, andererseits epische Ausuferungen. Bereits mit dem fulminanten Opener ‘Morning Song’ wollen es King Buffalo gleich wissen. Was dezent und verhalten beginnt, kommt entspannt in Fahrt, wobei eine gewisse Floyd-“Fearless”-Atmo nicht zu verleugnen ist – und steigert sich in ein Finale, das mit einem so lange nicht mehr gehörten Gitarrensolo aufwartet. Ekstase inbegriffen. Der Psychepopper ‘Sun Shivers’ zitiert ebenfalls noch einmal dezent Pink Floyd. Dieses Mal jedoch die ganz frühen Jahre. ‘Longing To Be The Mountain’ sowie ‘Eye Of The Storm’ schlafwandeln einmal mehr zwischen zähflüssiger Psychedelik, Weird Folk und Stoner, wobei die Lauflänge der Songs in diesem Zusammenhang Sinn macht, ist es doch nur so möglich, allen Ingredienzien den notwendigen Raum zur vollen Entfaltung zur Verfügung zu stellen. Wer sich beeilt und die Erstauflage der CD-Edition erwischt, erhält die Anfang 2018 veröffentlichte “Repeater”-EP als Bonus (das haben wir jetzt wohl verpasst, sorry, d. Schlussred.). Auch hier – Mantras für die Seele.

Longing To Be The Mountain by King Buffalo

Bewertung: 14/15 Punkten (CA 14, GH 11, KR 12)

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