(41:15, CD, Vinyl, Digital, Small Pond, 2018)
Eine dezente Orientierungslosigkeit mündet an dieser Stelle in wachsender Begeisterung. Begeisterung ob einer Sache, die aus Jazz, ostasiatischer Folklore und reichlich experimenteller Psychedelic einen beeindruckenden Kauderwelsch macht, der einerseits reichlich endemisch, also einzigartig geriet, der Hörer hier aber immer wieder Leuchtfeuer des Erkennens in einem Meer aus Fremdartigkeiten ausmachen kann.
Hinter Yama Warashi agiert vor allem die aus dem japanischen Ashiya stammende Multiinstrumentalistin Yoshino Shigihara, die in Bristol eine neue musikalische Bestimmung suchte und auch fand. Nämlich als Mitglied in der mit dem Prädikat genial zu beschreibenden Band Zun Zun Engui. Nach dem Ende dieser Institution umgab sich die Musikerin nun mit einigen hier ansässigen Kollegen und formierte ihrerseits gleich einmal eine eigene Band.
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Der Geist von Zun Zun Engui ist ob seiner Hinwendung in Richtung Afrojazz und Krautrock auch auf Yama Warashi immer noch sympathisch präsent, obwohl sich nun auch ein paar nicht als allzu beengend zu betrachtende Freiräume hin zu japanischer Folklore auftun. Macht auch Sinn, da Yoshino Shigihara schon einmal in ihrer Muttersprache klangmalert. So driftet das Projekt hin und wieder in hypnotische Psychedelia mit jazzigen Ingredienzien ab, die lässig und verträumt sein wollen und auch lässig und auch verträumt sind (‘Boiled Moon’). Mit ‘Parallelogram’ verschlägt es uns gleich einmal ins groovige Afrika, was schon einmal als Laudatio auf den Ethiopean Jazz gewertet werden kann, ehe es mit ‘Kofun No Uta’ ins Freestylige umschlägt. Trotzdem ist die Grundstimmung des nach dem bravourösen “Moon Egg” zweiten Yama Warashi-Album reichlich hypnotisch und entspannt.
Bewertung: 11/15 Punkten
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